Ishmaelis
Es sollte die Nacht der Nächte werden, Susann stand vor dem Spiegel und
schminkte sich in hoffnungsvoller Erwartung. Sie war eine attraktive Frau, Mitte
20, von sportlicher Figur. Ihr Haar fiel in langen schwarzen Locken auf ihre
Schultern und ihre braunen Augen betrachtetem mit einem Glitzern das schwarze
Abendkleid, welches sie sich für die damalige Nacht gewählt hatte.
Seit der schmerzhaften Trennung von ihrem Freund hatte sich lange Zeit nicht den
Mut gehabt, einen Mann zu treffen, aber dieser war etwas anderes. Kresar
erschien wie verabredet in der Abenddämmerung an der Bank im Park, dort wo sie
sich zum ersten Mal begegnet waren und Susann schon auf ihn wartete. Der sanfte
Abendwind strich um ihre makellosen Beine als sie ihn aus der untergehenden
Sonne auf sich zukommen sah. Sie bemerkte seine Sicherheit und Eleganz als er
sich ihr näherte.
Der lange Mantel, die Weste, seine Hose und die Schuhe, die wie die übrige
Kleidung in schwarz gehalten waren, warfen einen Schatten auf sie bevor er sich
neben sie setzte und ihr einen sanften Kuss auf ihre Wange gab. Er nahm
daraufhin ihre Hand und sie verließen gemeinsam den in der Abenddämmerung
liegenden Park. Die anschließenden Stunden waren die schönsten die Susann in
ihrem Leben verbrachte.
Sie gingen durch die Stadt und hielten Einzug in einer Bar, einer Bar die ihr
aus früherer Zeit wohl bekannt war und in der Kresar sie schon öfters, jedoch
unbemerkt von ihr, zu Gesicht bekam. Alles war so anders, so besonders für sie
in dieser einzigen Nacht. Susann spürte förmlich wie das Leben in sie
zurückkehrte und wie sich nach der Zeit ihrer Qualen sich jetzt alles zum guten
wenden sollte.
Als sie aus der Stadt zurückgekehrt waren legten sich Susann und Kresar auf
seinen weichen Mantel hinter der Bank. Der Himmel war klar in dieser Nacht und
der am Tag so belebte Park war nun ,abgesehen von dem Paar, menschenleer und lag
friedlich in der Dunkelheit.
Susann spürte seine Hand in ihrem Haar, sie fühlte die Zärtlichkeit die sie
umgab und genoss diese sinnlichen Momente. Sie spürte wie Kresar ihr Gesicht
küsste und seine Lippen kurz darauf zu ihrem Hals hinabglitten.
Ihr Hals der von einer gebräunten Haut bedeckt war, wurde plötzlich weiß. Susann
riss ihre Augen auf und spürte wie ihre Arme und Beine erkalteten. Sie konnte
damals nur erahnen was vor sich ging, durch die Zähne von Kresar floss ihr Leben
unaufhörlich und unabwendbar in den Rachen einer der Dunkelheit geweihten
Kreatur.
Der Nachthimmel zerbrach in ihren Augen. Stunden später brachte das Morgengrauen
das Werk ans Licht welches Kresar in der Nacht vollendet hatte. Susanns lebloser
Körper lag kalt und bleich hinter der Bank. Er hatte sie dort zurückgelassen.
Doch noch bevor der erste Sonnenstrahl über die Bäume des Parks scheinen sollte
war Susanns Körper verschwunden. Sie wurde seither nie wieder gesehen.
To be continued.
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