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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Farbenfinsternis

 

Fabian Seder


Es war eine stürmische Nacht. Ich rannte durch die Stadt.
Da war "etwas" hinter mir her, doch "ES" hatte keine Gestalt. Es war nur dieses Gefühl, beobachtet zu werden...
Ich konnte mich nicht verstecken. Wenn ich in einer der Gassen Schutz suchte und für einen Moment verweilte, hörte ich schon wieder dieses grollende röhren hinter mir.
"Was willst du?!", schrie ich wieder und wieder. "Um Ehrlich zu sein... dein Blut...", krächzte "ES" auf einmal neben mir.Ein stechender Schmerz im Hals, danach ein weißes Licht...

Was war passiert? Ich lag auf einen Leichenkarren... doch war ich noch nicht verschieden, jedenfalls glaubte ich das.
Als ich mir durch die toten einen Weg nach draußen bahnte, bemerkte ich, das das Sonnenlicht in meinen Augen schmerzte. "Na, endlich Wach, Magnus?", sprach mich eine Stimme mit freundlichen Klang an. "Woher kennst du meinen Namen?! Und überhaupt, was ist passiert?" ,wollte ich wissen. Die vier, fünf Leichen über mir fielen vom Wagen...

Auch in diesen Teil der Stadt hat die Pest schon ihre Opfer gefordert. Es herrscht die Anarchie, seit auch der König am schwarzen Tod sein Ende fand. Draußen vor den Toren der Stadt brennen Leichenfeuer. Meine Familie ist schon lange Verendet. Die Pest machte keinen Halt vor dem Vermögen meiner Familie... armseliger Bauer oder reicher Lehnsherr, die Pest ist nicht wählerisch, wen sie zu sich nimmt...

Nun konnte ich die Gestalt erblicken, auch ohne einen Beleg dafür war ich davon überzeugt, das dies dieses "ES" war. "ES" zog die Kapuze aus dem Gesicht, und mich lachte eine junge Frau mit etwas sehr blassen Teint an. "Warst du das letzte Nacht? Was hast du mit mir gemacht?! Wieso bin ich so bleich?", verlangte ich zu wissen. "Beruhige dich erst mal...", sagte sie, "Lass uns erst mal woanders hingehen... ich hasse diese scheiß Pesttoten... sie schmecken bitter..."

Noch verwundert über diese seltsame Aussage führte sie mich zu einer Falltür nahe einer Taverne mit den freundlichen Namen "zum geschlachteten Lamm".
In dieser Spielunke betrank ich mich früher oft. Um zu vergessen...
Die Falltür führte in ein großes Kellergewölbe. Es roch nach Blut und Moder. Kein Sonnenstrahl vermochte die Dunkelheit in diesen Gewölbe zu brechen, in den ich mich nun befand. Sie führte mich in einen Raum mit einen kleinen Tisch, zwei Stühlen und zwei Särgen. Nur der Schein der Kerzen brachte ein wenig Licht ins dunkel. "Was ist passiert?", fragte ich zum wiederholten Male,
"und außerdem, wer bist du?" "Ich heiße Molana.", sagte sie und ihre Stimme klang nun etwas ernster, "Nun sage mir, Magnus, was weißt du über Vampire?" "Was soll die doofe Frage?", dachte ich mir, fing dann aber an zu erzählen: "Sie trinken Blut, können nur in der Nacht überleben, hassen Knoblauch und Weihwasser verletzt sie. Wieso fragst du mich so einen quatsch?" "Dann weißt du nun auch, wie du dein weiteres "Leben" zu bestreiten hast...", sagte sie mit einen unüberhörbaren Sarkasmus in der Stimme. "Wie bitte? Willst du mich Verarschen?" ,schrie ich sie an. "Nein, keines Wegs. Was meinst du, warum du zu Beispiel, obwohl dich die Totengräber auf einen Pestkarren geworfen haben, nicht Infiziert bist?", schrie sie zurück. "Aber warum bin ich dann nicht durch die Sonne zu Staub zerfallen?" ,fragte ich. "Du bist noch zu frisch Gebissen, noch viel zu viel Mensch um von der Sonne verletzt zu werden. Doch dieser Bonus wird sich noch in der nächsten Stunden verflüchtigen. Und dann kommt der Hunger..."

Ich konnte es nicht glauben. Ein "Leben" als Untoter? Auf alle Ewigkeit verdammt in Finsternis zu Leben...

...ewige Finsternis....
...Farbenfinsternis...

"ICH WILL DAS NICHT !!! ICH HASSE DICH DAFÜR !!! OH GOTT !!!!, schrie ich wie im Wahn. "Gott?", entgegnete sie mir, "Das ich nicht Lache! Dieser Schwätzer! Er ist der letzte mit den du rechnen kannst. Er kann ja nicht mal seine "kostbaren" Menschen vor der Pest bewaren... und einen Dämonen wie dich oder mich erst recht nicht..." Ich fragte sie, warum gerade ich ihr Opfer wurde. Sie meinte nur, das ich der einzigste Lebende war, den sie seit Tagen sah: "Und außerdem hast du sooo schön um Hilfe geschrieen. Ich wollte dich nicht töten, nur zu meines gleichen machen. Du musst verstehen: Ich bin sehr einsam hier..."

Viele Jahre sind vergangen. Das leben als Krebsgeschwür der Menschheit war ganz passabel. Um ehrlich zu sein gefiel es mir richtig... jeden Abend die Schreie dieser elenden Menschen... die Mutation zum Vampir hat mein gesamtes Mitleid für diese Kreaturen gefressen...

Ich hatte mich in Molana verliebt. Sie merkte es sofort, schließlich konnte sie meine Gedanken lesen. Unsere Lippen fanden sich. Ich wollte sie nie mehr hergeben... doch das Schicksal sah anscheinend keine Zukunft in unsrer beider Liebe...

Eines Abends, nach einen Reichhaltigen Mahl kam ich zurück in unsere Zuflucht. Ich hörte Stimmen... fremde Stimmen... ich schlich mich zum Zimmer und warf einen Blick durchs Schlüsselloch. Doch das was ich sah ließ den letzten Rest Menschlichkeit aus mit weichen: Mein Schatz lag auf den Tisch, ein Pflog in ihrer Brust, die Augen ausdruckslos und das Gesicht vom endgültigen Tode entstellt... drumherum grölende, besoffene Bastarde, mit einen Lächeln auf den Lippen... ich wusste was zu tun war...

Die Tür zerflog. Wie im Rausch stürzte ich auf diese Bastarde zu. Einer nach dem anderem verlor seinen Kopf, seine Gliedmaßen, sein Leben... bis nur noch einer übrig war. ich schätzte, das er sie pfählte, da er einen Hammer in der Hand hielt. Er kniete nieder, bettelte um sein Leben, schiss sich vor Angst in die Hose... er sollte gaaannnzz besonders viel spaß haben...

Ich warf ihn auf den Küchentisch, riss in wie eine Fliege ein Bein nach den anderen aus, zerbiss ihm die Arme, zerstach seine Augen und jagte ihm seinen Gottverdammten Hammer zwischen die zerplatzen Augen. Hirnstücke bedeckten den Boden.

Als ich wieder zu mir kam, brach ich in Tränen aus... und weinte Stundenlang. Ich nahm Molanas Leiche und ging hinaus. Ich legte sie auf den Boden ab, setzte mich auf einen Felsen und wartete, bis die Sonne mich endlich von meinen Leid befreit...

...schenk mir den Tod...
...ich hab ihn verdient...

...ende.
 

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