Es war eine stürmische Nacht. Ich rannte durch die Stadt.
Da war "etwas" hinter mir her, doch "ES" hatte keine Gestalt. Es war nur dieses
Gefühl, beobachtet zu werden...
Ich konnte mich nicht verstecken. Wenn ich in einer der Gassen Schutz suchte und
für einen Moment verweilte, hörte ich schon wieder dieses grollende röhren
hinter mir.
"Was willst du?!", schrie ich wieder und wieder. "Um Ehrlich zu sein... dein
Blut...", krächzte "ES" auf einmal neben mir.Ein stechender Schmerz im Hals,
danach ein weißes Licht...
Was war passiert? Ich lag auf einen Leichenkarren... doch war ich noch nicht
verschieden, jedenfalls glaubte ich das.
Als ich mir durch die toten einen Weg nach draußen bahnte, bemerkte ich, das das
Sonnenlicht in meinen Augen schmerzte. "Na, endlich Wach, Magnus?", sprach mich
eine Stimme mit freundlichen Klang an. "Woher kennst du meinen Namen?! Und
überhaupt, was ist passiert?" ,wollte ich wissen. Die vier, fünf Leichen über
mir fielen vom Wagen...
Auch in diesen Teil der Stadt hat die Pest schon ihre Opfer gefordert. Es
herrscht die Anarchie, seit auch der König am schwarzen Tod sein Ende fand.
Draußen vor den Toren der Stadt brennen Leichenfeuer. Meine Familie ist schon
lange Verendet. Die Pest machte keinen Halt vor dem Vermögen meiner Familie...
armseliger Bauer oder reicher Lehnsherr, die Pest ist nicht wählerisch, wen sie
zu sich nimmt...
Nun konnte ich die Gestalt erblicken, auch ohne einen Beleg dafür war ich davon
überzeugt, das dies dieses "ES" war. "ES" zog die Kapuze aus dem Gesicht, und
mich lachte eine junge Frau mit etwas sehr blassen Teint an. "Warst du das
letzte Nacht? Was hast du mit mir gemacht?! Wieso bin ich so bleich?", verlangte
ich zu wissen. "Beruhige dich erst mal...", sagte sie, "Lass uns erst mal
woanders hingehen... ich hasse diese scheiß Pesttoten... sie schmecken
bitter..."
Noch verwundert über diese seltsame Aussage führte sie mich zu einer Falltür
nahe einer Taverne mit den freundlichen Namen "zum geschlachteten Lamm".
In dieser Spielunke betrank ich mich früher oft. Um zu vergessen...
Die Falltür führte in ein großes Kellergewölbe. Es roch nach Blut und Moder.
Kein Sonnenstrahl vermochte die Dunkelheit in diesen Gewölbe zu brechen, in den
ich mich nun befand. Sie führte mich in einen Raum mit einen kleinen Tisch, zwei
Stühlen und zwei Särgen. Nur der Schein der Kerzen brachte ein wenig Licht ins
dunkel. "Was ist passiert?", fragte ich zum wiederholten Male,
"und außerdem, wer bist du?" "Ich heiße Molana.", sagte sie und ihre Stimme
klang nun etwas ernster, "Nun sage mir, Magnus, was weißt du über Vampire?" "Was
soll die doofe Frage?", dachte ich mir, fing dann aber an zu erzählen: "Sie
trinken Blut, können nur in der Nacht überleben, hassen Knoblauch und Weihwasser
verletzt sie. Wieso fragst du mich so einen quatsch?" "Dann weißt du nun auch,
wie du dein weiteres "Leben" zu bestreiten hast...", sagte sie mit einen
unüberhörbaren Sarkasmus in der Stimme. "Wie bitte? Willst du mich Verarschen?"
,schrie ich sie an. "Nein, keines Wegs. Was meinst du, warum du zu Beispiel,
obwohl dich die Totengräber auf einen Pestkarren geworfen haben, nicht Infiziert
bist?", schrie sie zurück. "Aber warum bin ich dann nicht durch die Sonne zu
Staub zerfallen?" ,fragte ich. "Du bist noch zu frisch Gebissen, noch viel zu
viel Mensch um von der Sonne verletzt zu werden. Doch dieser Bonus wird sich
noch in der nächsten Stunden verflüchtigen. Und dann kommt der Hunger..."
Ich konnte es nicht glauben. Ein "Leben" als Untoter? Auf alle Ewigkeit verdammt
in Finsternis zu Leben...
...ewige Finsternis....
...Farbenfinsternis...
"ICH WILL DAS NICHT !!! ICH HASSE DICH DAFÜR !!! OH GOTT !!!!, schrie ich wie im
Wahn. "Gott?", entgegnete sie mir, "Das ich nicht Lache! Dieser Schwätzer! Er
ist der letzte mit den du rechnen kannst. Er kann ja nicht mal seine "kostbaren"
Menschen vor der Pest bewaren... und einen Dämonen wie dich oder mich erst recht
nicht..." Ich fragte sie, warum gerade ich ihr Opfer wurde. Sie meinte nur, das
ich der einzigste Lebende war, den sie seit Tagen sah: "Und außerdem hast du
sooo schön um Hilfe geschrieen. Ich wollte dich nicht töten, nur zu meines
gleichen machen. Du musst verstehen: Ich bin sehr einsam hier..."
Viele Jahre sind vergangen. Das leben als Krebsgeschwür der Menschheit war ganz
passabel. Um ehrlich zu sein gefiel es mir richtig... jeden Abend die Schreie
dieser elenden Menschen... die Mutation zum Vampir hat mein gesamtes Mitleid für
diese Kreaturen gefressen...
Ich hatte mich in Molana verliebt. Sie merkte es sofort, schließlich konnte sie
meine Gedanken lesen. Unsere Lippen fanden sich. Ich wollte sie nie mehr
hergeben... doch das Schicksal sah anscheinend keine Zukunft in unsrer beider
Liebe...
Eines Abends, nach einen Reichhaltigen Mahl kam ich zurück in unsere Zuflucht.
Ich hörte Stimmen... fremde Stimmen... ich schlich mich zum Zimmer und warf
einen Blick durchs Schlüsselloch. Doch das was ich sah ließ den letzten Rest
Menschlichkeit aus mit weichen: Mein Schatz lag auf den Tisch, ein Pflog in
ihrer Brust, die Augen ausdruckslos und das Gesicht vom endgültigen Tode
entstellt... drumherum grölende, besoffene Bastarde, mit einen Lächeln auf den
Lippen... ich wusste was zu tun war...
Die Tür zerflog. Wie im Rausch stürzte ich auf diese Bastarde zu. Einer nach dem
anderem verlor seinen Kopf, seine Gliedmaßen, sein Leben... bis nur noch einer
übrig war. ich schätzte, das er sie pfählte, da er einen Hammer in der Hand
hielt. Er kniete nieder, bettelte um sein Leben, schiss sich vor Angst in die
Hose... er sollte gaaannnzz besonders viel spaß haben...
Ich warf ihn auf den Küchentisch, riss in wie eine Fliege ein Bein nach den
anderen aus, zerbiss ihm die Arme, zerstach seine Augen und jagte ihm seinen
Gottverdammten Hammer zwischen die zerplatzen Augen. Hirnstücke bedeckten den
Boden.
Als ich wieder zu mir kam, brach ich in Tränen aus... und weinte Stundenlang.
Ich nahm Molanas Leiche und ging hinaus. Ich legte sie auf den Boden ab, setzte
mich auf einen Felsen und wartete, bis die Sonne mich endlich von meinen Leid
befreit...
...schenk mir den Tod...
...ich hab ihn verdient...
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