Byron, George Gordon Noel, 6. Baron,
genannt Lord Byron (1788 – 1824), war einer der wichtigsten,
vielseitigsten und einflussreichsten Vertreter der englischen Romantik.
Nach unglücklicher Kindheit bereiste er 1809 bis 1811 Portugal, Spanien
und Griechenland und wurde nach seiner Rückkehr mit seiner Verserzählung
»Childe Harold’s Pilgrimage« (Ritter Harolds Pilgerfahrt) bekannt.
Es
folgten die Verserzählungen »The Giaour« (1813, Der Giaur), »The Bride
of Abydos« (1813), »The Corsair« (1814, Der Korsar) und »Lara« (1814,
Lara), 1815 der Gedichtszyklus »Hebrew Melodies« (Hebräische Gesänge).
1815 heiratete er, wurde aber nach der Geburt der Tochter Augusta Ada
1816 geschieden. Wegen Gerüchten über ein Verhältnis mit seiner
Halbschwester Augusta und einer möglichen Geistesstörung verließ er
England im Jahr 1816 für immer. In Genf kam es zu der berühmten
Wohngemeinschaft mit Shelley und anderen, später lebte er in Venedig
(Versdrama »Manfred«, 1817, Gedicht »Beppo« , 1818 u. a.).
Byron lebte
ab 1821 in Pisa und veröffentlichte in rascher Folge die Versdramen »Cain«
und »Sardanapalus« (Sardanapal) sowie die Verserzählungen »Mazeppa« und
»The Island«. 1824 erschien »Don Juan«. 1823 schloss sich Byron dem
griechischen Freiheitskampf gegen die Türken an und übernahm im Januar
1824 das Oberkommando über die griechischen Truppen. Am 19. April 1824
starb er im griechischen Mesolongion an rheumatischem Fieber.
Byron bilt
als der Erfinder des »byronschen« Helden, edel, blass, melancholisch und
arrogant, und gab mit dem Byronismus einer eigenen Ausprägung der
Romantik seinen Namen. Er war sogar »schuld« an der Ausprägung des
Begriffes Satanismus. Mit seinem Weltschmerz und Lebensüberdruß und
seiner Verherrlichung von Individualismus, Heimat- und Glaubenslosigkeit
ist Byron bis heute Idol mancher Jugendkulturen und von Teilen der
Gothic-/Neoromantik-Szene, wird aber auch vom Satanismus vereinnahmt,
dem er zumindest rhetorisch auch nahe stand. Goethe setzte Byron in der
Gestalt des Euphorion im Faust II ein literarisches Denkmal.
John William Polidori, Arzt (1795 –
1821, Selbstmord) und Liebhaber von Lord Byron, Autor von »The Vampyre.
A Tale«, der ersten bekannten Vampirgeschichte, für die er den Vampir
Lord Ruthven erfand. War mit 19 Jahren der jüngste Arzt Englands,
veröffentlichte u. a. das Drama »Cajetan« und den Roman »Ernesto
Berchtold oder der Moderne Ödipus«. Beging am 24. August 1821
Selbstmord.
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