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Vampir-Club Forum - #7622 - Warum schuf ein Guter Gott einen Bösen Teufel?
Vampir-Club Forum Donnerstag, 23. Mai 2019
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Vampir-Club Forum » Geister, Dämonen, Engel & Lucifer » Warum schuf ein Guter Gott einen Bösen Teufel?

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Darlla
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Darlla

1410 Beiträge
Aus: zwischen der Hölle und dem Nirgendwo
Seit: 14.10.2008
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#7622 gepostet am 01/02/2016 17:55:12 Uhr (10 Antworten eingegangen, 1243x gelesen)
Liebe Gemeinde,

Gott, Engel, Dämonen und Lucifer werden immer ein Thema sein, mit dem man sich auseinandersetzt, der eine mehr - der andere weniger. Im Laufe seines Lebens -stellt man sich viele Fragen:

Warum schuf ein guter Gott einen bösen Teufel ? Der Teufel hat soviele Namen: Teufel heisst eigentlich Widersacher - Luzifer heisst der Leuchtende - die Liste an Namen ist lang. Bei Gott hört es eigentlich auf, man sagt vielmehr dass Gott eigentlich ein starkes, intelligentes und herrliches Engelswesen (das Haupt aller Engel) ist und Gott erschuf Luzifer und dass er die erste Wahl war. Aber Luzifer hatte einen Willen mit dem er frei entscheiden konnte. Eine Stelle in Jesaja 14 zeichnet die Wahl auf die vor ihm lag.

"Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: „Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren auf die höchsten Wolken Und gleich sein dem allerhöchsten.“ (Jesaja 14:12-14)"

War Luzifer ein Versuch, einen perfekten Engel zu erschaffen, auf die Gefahr hin, das er besser als Gott sein würde ? So wie Adam hatte auch Luzifer eine Wahl. Er konnte entweder hinnehmen, dass Gott, Gott war, oder er konnte die Entscheidung treffen, sich selbst sein eigener Gott zu sein. Der beliebte Wortlaut von Luzifer: ‚Ich will‘ zeigt dass er sich entschloss, Gott zu widerstehen und dass er sich selbst zum ‚Allerhöchsten‘ erklärte.

Man sagt Luzifer viele Eigenschaften zu - seine Schönheit, Weisheit und vor allem Macht – all die guten Dinge die Gott in ihm geschaffen hatte – führten ihn zum Hochmut. Sein Hochmut führte zu seinen Rebellion und seinem Fall, aber seine Kraft und Eigenschaften verlor er nicht (und hat sie somit behalten). Wenn Gott so allmächtig ist, warum hat Luzifer an seiner Stärke und Schönheit nicht verloren ? Hat Gott sich selber in Luzifer gesehen ?

Luzifer leitete einen kosmischen Aufstand gegen seinen Schöpfer, um zu sehen, wer Gott sein wird. Seine Strategie war, die Menschheit zum Mitanschluss zu gewinnen – indem er sie versuchte, derselben Wahl zu erliegen die er getroffen hatte – sich selber zu lieben, unabhängig von Gott zu werden, und ihm sich zu widersetzen. Der Kern der Prüfung des Willens Adams war derselbe wie der des Luzifers; er war nur mit einem anderen Gewand bekleidet. Beide wählten, sich selbst ihr eigener Gott zu sein. Dies war (und ist) der höchste Gotteswahn.

Es ist immer ein sehr gefährliches Spiel etwas perfektes zu erschaffen, etwas zu erschaffen, was vielleicht besser ist als man selbst ? Ist es die Widerspenstigkeit von Luzifer die ihn zum eigentlichen heimlichen Star macht ?

Ist vielleicht Luzifer der eigentliche Gute und Gott der Böse ?

Ich bin gespannt auf Eure Ausführungen.

In diesem Sinne.

Seid bedacht.

Darla


Wenn die Nacht einfällt, bedeckt sie die Welt
mit undurchdringlicher Dunkelheit.
Kälte steigt vom Boden auf und verpestet die Luft.
Plötzlich...hat das eine neue Bedeutung.
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Adamon
Altmeister

Adamon

436 Beiträge
Aus: Wo man mich verweilen lässt ...
Seit: 16.04.2010
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#107172 gepostet am 01/02/2016 18:54:01 Uhr
Verehrte Lady Darla:

All diese, - auch mich jahrzehntelang faszinierenden, - Fragen,
- hoben sich für mich, als Ich begann "Gottesbilder" von der
eigentlichen "göttlichen Quelle" zu trennen. -

Unter dem Begriff "Gottesbilder" meine Ich "menschliche
Darstellungen und Ideenbildungen, - die, - von Menschen
geschaffen wurden, um das Phänomen des Göttlichen
zu begreifen". -

Jede Art von religiöser Mythologie "setzt sich aus Gottesbildern
zusammen", - die ursprünglich natürlich,
- Erfahrungen mit der
göttlichen Quelle entsprangen...

So sind die Figuren Jesus Christus, Luzifer, aber auch alle
Heiligen "mythologische Gottesbilder", - und die Geschichten
zwischen Ihnen, - mythologische Gleichnisse, denen mit
grosser Wahrscheinlichkeit auch tatsächliche Begegnungen
zugrunde liegen, - die indes, - mit ebenso grosser
Wahrscheinlichkeit, - kaum mehr aufzufinden sein werden. -

Und natürlich, - sind auch mythologische Gestalten,
- "Ideenbilder, die mit ausreichend Energie versehen,
- immer stofflicher werden", - bis sie, - in der Tat auch
in der dreidimensionalen Basisrealität, - wahrgenommen
werden können, - so erklären sich Jesus, - Heiligen, - und
auch Mariensichtungen. -

Ganze Szenen haben sich um diese verstofflichten Gestalten
geschart, - Religionen und Sekten wurden auf Ihnen begründet, - aber Ich selber, - sehe aufgrund meines Ein-
und Überblicks keine Einschätzung dafür, "welche dieser
mythologischen Gestalten gegenüber einer anderen innerhalb
einer aufgezeichneten Geschichte recht haben, geschweige denn behalten könnte"...

Dem gegenüber steht "die unablässig schöpfende göttliche
Quelle", - die intelligente, unendliche Ur-Individualität,
durch deren Wirken all dies Wahrnehmen in Raum und Zeit,
- und vermutlich auch darüberhinaus, - möglich ist, - und
die der Quantenphysiker Dr. Michael König originellerweise
im Quantenraum zu orten vermochte. -


Gesegnetes Sein, - Adamon. -


Kerze


"Es gibt drei Arten von Menschen:

- Solche, die SEHEN,
- Solche, die Sehen, wenn Sie
ES GEZEIGT BEKOMMEN und
- Solche, die NICHT SEHEN". -

(Leonardo da Vinci)
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Der_Widerstand
Neuling

Der_Widerstand

3 Beiträge
Aus: In der Finsternis
Seit: 18.02.2013
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#107173 gepostet am 02/02/2016 09:51:42 Uhr
Interessantes Thema. Danke Darlla !

Ich möchte hier folgendes dazu sagen:
Es gibt eine Stelle im Jesajabuch, die an den König Babylons gerichtet ist, und die Stelle im Hesekielbuch an den König von Tyrus.

Aber anhand dieser deutlichen Beschreibungen ist es offensichtlich dass es sich bei dem Angesprochenen nicht um Menschen handelt.

Lady Darlla, Ihr hattet die „Ich will“ Stellen angesprochen, im Jesajabuch beschreiben sie ein Wesen, dass zur Erde herabgeworfen wurde als Strafe dafür, seinen Thron über die Sterne Gottes setzen zu wollen.

Die Stelle im Hesekielbuch spricht jemanden an, der eine schirmender Cherub war und sich einst in Eden und auf dem Berge Gottes befand.

Diese Tendenz Luzifers, seine Stellung hinter jemandem, oder durch jemanden, einzunehmen, ist beständig, wie sonst auch. Im ersten Buch Mose sprach er durch die Schlange, auch das ist bekannt.

Im Jesajabuch regiert er durch den König Babylons, und im Hesekielbuch durch den König von Tyrus. Die Schlußfolgerung ist doch ganz einfach:Luzifer wirkt duch andere.

Gruß.
D.W.


Herr, vergib mir, ich habe die dunklen Kräfte in mir. Ich bin der Sohn des Morgens und man wird mich aus der Erde jagen.
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Vassago
Neuling

Vassago

15 Beiträge
Aus: Aus der Ferne
Seit: 28.01.2016
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#107174 gepostet am 02/02/2016 16:15:39 Uhr
Hallo Freunde der Dunkelheit,

ich bin zwar recht neu hier, aber ich möchte gerne etwas dazu schreiben. Wenn ich die Beiträge richtig verstehe, stellt sich für mich folgende Frage:

Warum gibt es einen Teufel?

Ich habe mich seit je her mit dieser Frage und Gedanken rund um dieses Thema beschäftigt und komme zu folgender Aussage:

Gott hat keinen Teufel erschaffen !!

Gott hat ein engelhaftes Wesen mit freiem Willen erschaffen, denn er erschuf drei Cherubim bzw. Erzengel: Luzifer, Michael und Gabriel (der Cherub Michael wird in Judas 9 Erzengel genannt) und jeder von ihnen hat eine Führungsaufgabe, d.h. jeder hat offensichtlich ein Drittel der Engel angeführt.

Einer von ihnen den Engel, also Luzifer, wurde zu Gottes Widersacher und er wurde mit einem Drittel der Engel zur Erde herabgeworfen. Und dann folgte eine Erscheiung am Himmel, ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde" (Offenbarung 12, 3-4).

Also, wer ist dieser Teufel ?
Vielleicht sind jetzt einige entsetzt oder schockiert, aber Ihre Bibel beschreibt Satan als den "Gott dieser Welt" (2. Korinther 4, 4).

Also schliessen wir daraus, das Gott selber der Teufel ist und Luzifer nur ein Engel. Gott und Teufel ist eine Person.

Dunkle Grüsse,

Vassago

[ Nachricht wurde von Vassago am 02.02.2016 um 16:18h bearbeitet ]


Saperé Aude!
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Adamon
Altmeister

Adamon

436 Beiträge
Aus: Wo man mich verweilen lässt ...
Seit: 16.04.2010
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#107177 gepostet am 05/02/2016 22:46:24 Uhr
Lieber Vassago:

Nein, die Frage war nicht, "ob es einen Teufel gibt", sondern "warum ein guter Gott einen bösen Teufel schuf" ?

Aber, um diese Frage einmal am Schopf zu packen:

Gott ist eine überpersonelle, und, - sehr im Vergleich zu unseren Vorstellungen von Uns, - allmächtige Wesenheit. -

Ganz davon abgesehen, das "gut" eine persönliche Eigenschaft ist, die Wir von überpersonellen Wesen kaum erwarten können,
- stellt sich die erste Frage:

"Warum sollte Gott gut sein ?"

Gott war noch niemals einzuschätzen, und um sich das nicht zu vergegenwärtigen und sich, - für alle Fälle, - gut mit etwas zu stellen, das man nicht einschätzen kann, - entschied man sich für die Idee eines "guten Gottes", - was auch den Vorteil hatte, das man diese "gute Gottesidee" wunderbar verwenden konnte, um andere Kulturen auszurotten, mit denen man es "gut meinte"... Grinsen

Dazu mussten diese Kulturen eine Voraussetzung erfüllen: Sie mussten "böse sein", und da diese Kulturen von sich aus nicht diesen Anspruch erhoben, - musste man sie mobben...

Man mobbte also alles, was von der Idee des guten Gottes abwich und schon fand man ausreichend "Böses", von dem man diese Welt retten konnte. -

Um dies zu zentrieren und das aufgefundene Böse jederzeit auf wen auch immer übertragen zu können, bedurfte man einer "bösen Leitfigur", - und so schuf man den Teufel. -

Und über die Jahrhunderte hinweg, wurden die Leitfiguren des "guten Gottes" und des "bösen Teufels" ständig mit dementsprechenden Energien von abertausenden "Gläubigen" aufgeladen, - bis sich diese Energieformen dermassen verstofflicht hatten, das man sie tatsächlich "rufen konnte" und sie auch erschienen...

Natürlich rief man nie "das Gute" und "das Böse", sondern man rief "die kulturell erschaffene Energieform dieser Absichten", - aber, wenn es jemanden gibt, den man beim besten Willen nicht dafür zur Verantwortung ziehen kann, dann ist das "Gott", - den Wir, - nach wie vor, - nicht einschätzen können. -


Gesegnetes Sein, - Adamon. -


Kerze


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(Leonardo da Vinci)
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silentsleep
Anwärter des inneren Kreises

silentsleep

149 Beiträge
Seit: 12.02.2011
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#107179 gepostet am 06/02/2016 18:32:49 Uhr
Werte Anwesende,

Meiner Meinung nach hat Gott keinen Teufel erschaffen - vielmehr war der Teufel von Anfang an da. Quasi Gottes Zwilling.

Wie bereits gesagt wurde : Gut und Böse sind subjektive Attribute die der Mensch in der Welt verteilt.
Wir sagen der Tiefer in Burma der einen Menschen fraß ist böse - wenn man den Tiefer fragen könnte, welcher fast verhungert wäre, er wäre da anderer Meinung.

Ich persönlich glaube, dass Gut und Böse zu vergleichen ist mit ....Farben. Es muss nicht immer schwarz weiß sein, sagen wir rot und blau. Keine der beiden Farben ist gut oder böse, das würde doch lächerlich klingen, dass zu behaupten oder? Wenn man diese beiden Farben mischt entstehen, je nach den Mischverhältnissen, unzählige Lila-töne. Wenn man das nun als Farbpalette nebeinander halten würde, würde eine Linie entstehen mit einem Extrem an jedem Ende. Und der Mensch kann sich auf dieser Linie frei bewegen.

Ich glaube das Gott und der Teufel nur Namen für die zwei Mächte sind, die die Welt zusammenhalten:
Konstruktive und Destruktive.

Keines von beiden ist gut, keines Schlecht. Der Mensch benennt diese Dinge immer situationsgebunden.

Stille Grüße,
silent


Die Hoffnung ist wie ein Floh.
Einmal gehabt, wird man sie nie wieder los.
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Mikhail
User

Mikhail

43 Beiträge
Seit: 10.09.2015
(offline)

#107180 gepostet am 07/02/2016 14:35:12 Uhr
Interessant zu sehen wie verschieden und teilweise unorthodox die Ansichten der Gemeinschaft im Bezug auf das alte Problem der Theodizee sind.

Leibniz hat seiner Zeit diesen Begriff geprägt und auch seine bekannte Formel als Lösung vorgeschlagen, dass es sich bei der Welt um die beste aller möglichen Welten handelt.
Er argumentiert theologisch, dass sich dies aus der unendlichen Weisheit und Güte, sowie der Allmacht Gottes ableiten lässt.
Natürlich haben sich gegen diese Ansicht viele Stimmen erhoben, ähnlich wie wir es hier im Diskurs erleben.

Das Böse oder das Übel zu erklären erwies sich seit je her als Schwierigkeit und gleichermaßen als Inspiration.
Viele Völker gingen von einem Dualismus aus, wie er hier schon angezeichnet wurde: Zwei einander entgegengesetzte Mächte, die die Ordnung der Welt ausmachen.
Im Zuge eine Zwei-Welten Theorie, die sich immernoch äußerster Beliebtheit erfreut, wird die sichtbare Welt als fehlerhaft, endlich und minderwertig aufgefasst, gegenüber einer postulierten ewigen und perfekten Welt. Positiv und Negativ-gewertete Gottheiten mögen als Herrscher dieser Verschiedenheit gesetzt werden. Im Beispiel Gott als ewige, perfekte, höhere Realität und der Teufel als Herrscher dieser Welt, teilweise in dieser Rolle innerhalb eines göttlichen Plans eingesetzt. Konzepte, die der Gnosis nahestehen, kehren dies um und der Schöpfer oder Demiurg ist hier die Quelle des Übels. Der wahre Gott indes hat in diesen Systemen nichts mit der geschaffenen Welt gemein. Auch dem verwandte Denkweisen finden wir in der Gemeinschaft.
Ich will auch gar nicht weiter auf die Vielfalt der Ansätze eingehen.
Ich selbst fühle mich der Stoa nahe und begreife das Übel als Segen, als Möglichkeit der Konfrontation und des persönlichen Wachstums.

Abschließen möchte ich diese kleine Notiz mit einer Reihe von thematischen Zitaten und dem Hinweis, dass eine private Recherche im Umfeld der Theodizee schnell geistig stimulierende Ergebnisse hervorbringen kann.

„Wenn es Gott gibt, woher kommt das Böse? Doch woher kommt das Gute, wenn es ihn nicht gibt.“
Boethius (cons. I 4p, 100f)

„Es ist der Irrtum derer auszuschließen, die aus den Übeln der Welt folgern, daß Gott nicht ist. … Sie fragen: Wenn Gott ist, woher dann das Übel? Aber man muß sagen: Wenn es das Übel gibt, dann gibt es Gott. Denn das Übel wäre nicht, wenn die Ordnung des Guten nicht bestünde, dessen Beraubung das Übel ist. Diese Ordnung wäre aber nicht, wenn Gott nicht wäre.“
Thomas von Aquin, Summa contra Gentiles III, 71

„Es ist nur eine Welt möglich, eine durchaus gute. Alles, was in der Welt sich ereignet, dient zur Verbesserung und Bildung des Menschen und vermittels dieser zur Herbeiführung ihres irdischen Zieles. Dieser höhere Weltplan ist es, was wir Natur nennen, wenn wir sagen: Die Natur führet den Menschen durch Mangel zum Fleiße, durch die Drangsale ihrer unaufhörlichen Kriege zum endlichen ewigen Frieden. Dein Wille, Unendlicher, deine Vorsehung allen ist diese höhere Natur.“
Johann Gottlieb Fichte, Die Bestimmung des Menschen, Berlin 1800, S. 147

„Wenn kein Gott ist, dann gibt es – letztlich – kein Gutes. Nicht in der Zukunft für die Zu-kurz-Gekommenen, Erniedrigten, Beleidigten; erst recht nicht für die Henker – oder auch tatenloser Genießer. Von dorther aber auch nicht ernstlich im Heute. Glück wäre dann nur auf Grund von Wegsehen, Vergessen, denkbar.
Jörg Splett, 1996, Denken vor Gott, Frankfurt 1996, S. 309

„Leiden, Schuld und Tränen schreien nach realer Überwindung des Übels. Daher ermöglicht erst die Einheit von Schöpfung und Erlösung im Horizont der Eschatologie eine haltbare Antwort auf die Frage der Theodizee, die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes in seinen Werken. Genauer gesagt, es ist allein Gott selbst, der eine wirklich befreiende Antwort auf diese Frage zu geben vermag, und er gibt sie durch die Geschichte seines Handelns in der Welt und insbesondere durch dessen Vollendung mit der Aufrichtung seines Reiches in der Schöpfung. Solange die Welt isoliert im Blick auf ihre unvollendete und unerlöste Gegenwart einerseits, unter dem Gesichtspunkt ihres anfänglichen Hervorgangs aus den Händen des Schöpfers andererseits, betrachtet wird, bleibt die Tatsache des Bösen und des Übels in der Schöpfung ein auswegloses Rätsel.“
Wolfhart Pannenberg, Schöpfungsglaube und Theodizee, in „Systematische Theologe“ Bd. 2, Göttingen 1991, S. 193


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Der_Widerstand
Neuling

Der_Widerstand

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Seit: 18.02.2013
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#107181 gepostet am 07/02/2016 17:43:43 Uhr
Alle Meinungen die hier vertreten sind, sind sehr interessant.

Ja, es gab das warnende Zitat des Apostel Paulus, dass Satan seine eigenen Prediger hat, die als Diener der Gerechtigkeit erscheinen um die Menschen entsprechend zu manipulieren und letztendlich Luzifer zu dienen.

Und wenn Gott nunmal der Allmöchtige Wissende Gott ist, dann müsste er das ja wissen und entsprechend eingreifen, das tut er aber nicht. Gott sieht zu und hat daher denselbigen Stellenwert wie Luzifer.

Vassago hat hier eine interessante These aufgestellt: Gott ist Luzifer ist eine Person.

Wäre das nicht eine erschreckende, aber eine erleichterende Erkenntnis ?

Das ewige Hin- und Her zwischen Gut und Böse, wäre endlich vorbei.

Man sollte nicht immer der Bibel Glauben schenken und um deren Inhalt.

Wer kann behaupten die Bibel besser zu kennen als Luzifer ?

Und wer behauptet, dass was Gott oder die Bibel sagt, die Wahrheit ist ?

Schlagt die Bibel auf, mit dem Vorhaben die Wahrheit für sich selbst herauszufinden. Folgendes Zitat könnte eine Hilfe sein:

Erinnert Euch an die Beröer aus der Apostelgeschichte 17, 11. Lukas schrieb, sie "forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte". Wir müssen es alle ebenso machen!

Gruß
D.W.


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Darlla
Vorstandsmitglied

Darlla

1410 Beiträge
Aus: zwischen der Hölle und dem Nirgendwo
Seit: 14.10.2008
(offline)

#107182 gepostet am 08/02/2016 10:27:34 Uhr
Liebe Gemeinde,

Das Sichtbare erschließt den Blick in das Unsichtbare. Es gibt gewisse Wesen die man nicht ausradieren, einordnen, greifbar machen kann, die unbekannte Rätsel aus uns machen. Die, wie die Natur selbst katalytisch unabhängig und fundamental die Zeit und alle natürlichen Prozesse, die zwischen ihnen und ihrer gesamten Wirklichkeit liegen, auflösen.

Ich persönlich glaube nicht an Gott und der ganze Hokus Pokus der damit einhergeht, es gibt soviele Widersprüche das es sprichwörtlich zum Himmel stinkt, das alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, einiges habe ich schon in meinen Eingangsthread beschrieben. Nach all meinen Erfahrungen und Wissen bin ich nach all der Zeit zu folgender Erkenntnis gekommen, das Gott Luzifer ist, oder umgekehrt, alles andere spricht dagegen und macht für mich keinen Sinn.

Aber warum wollte Luzifer der Herrschaft des allwissenden und allmächtigen Schöpfers/Gott trotzen und sie an sich zu reißen?

Warum dann alles aufs Spiel setzen um zu versuchen, einen unmöglichen Sieg zu erlangen?

Und warum hat es Gott all das zugelassen ?

Jetzt möge man nach Lösungen oder Antworten suchen:

Gewiss, die Lösung des Rätsels liegt in der Figur Luzifers. Er ist im Grunde janusköpfig. Denn während die alten Kabbalisten in ihm den dunklen Gott Baal verehrten, der sie die ebenso dunkle Seite der Magie gelehrt hatte, gibt es auch ganz andere Definitionen und Sichtweisen Luzifers.

Die uralte esoterische Philosophie bezeichnet als Luzifer jenen Aspekt der göttlichen Dreifaltigkeit, welcher der Weisheit entspricht, dem „Geist“ Gottes. Helena Blavatsky schreibt im Buch Geheimlehre4„…im Altertum und in Wirklichkeit ist Luzifer oder Luciferus der Name der englischen (= Engels-) Wesenheit, welche dem Lichte der Wahrheit, sowie dem Lichte des Tages vorsteht.“ Blavatsky fügt an, daß dieser „heilige Geist“ laut dem Evangelium der Pistis Sophia im Planeten Venus5 oder Luzifer wohnt.

Hier ist Luzifer also nichts weiter als eine Bezeichnung für das göttliche Licht, die göttlich intelligente Energie, die das ganze Universum durchströmt. Daher auch sein Name: das lateinische Wort „Lucifer“ bedeutet der „Lichtträger“. Wie aber konnte Luzifer nun zu einem bösartigen Dämon verkommen? Und das ist eine ganz einfache Antwort:


Indem der Mensch sich entschied, böse zu sein!

Denn es ist der Mensch, welcher diese Energie, auch Astrallicht oder Akasha genannt, stündlich, minütlich, sekündlich mit seinen Gefühlen, Gedanken, Worten und Taten qualifiziert – entweder zum Guten oder zum Bösen! Die Menschheit hat den „Teufel“ geschaffen, indem sie „Luzifer“ zwang, böse zu werden und in der Schwingung zu „fallen“. Und so kann „Luzifer“ beides sein: Gott oder Satan – je nachdem, wie wir denken, fühlen, sprechen und handeln. Blavatsky drückt es so aus: „Luzifer ist göttliches und irdisches Licht, der ‚heilige Geist’ und ‚Satan’ zu ein und derselben Zeit“, denn „es ist die Menschheit, welche zur ‚Schlange der Genesis’ geworden ist (…) welche so zur Mutter der Götter und Teufel zu ein und derselben Zeit wird“, je nachdem, ob sie gütig und segensreich wirkt, oder aber durch frevelhafte Taten die schattenhaften Kräfte an sich zieht, welche töten und zerstören.

Erst erschuf der Mensch die feinstofflichen Dämonen durch seine eigene Schlechtigkeit – danach benutzte er sie für seine niedere Magie, rief sie in Riten herbei und beschwor sie, seine selbstsüchtigen Begierden und Wünsche zu erfüllen… womit er sich wiederum von ihnen abhängig machte, ja ihnen seine Seele verkaufte. Es ist halt einfacher das Böse auf dieser Welt, mit einer einzigen Handbwegung zu rechtfertigen und zwar mit dem Finger Richtung Luzifer !

Jeder von uns weiß wie das Böse heißt und wo es wohnt, solange man nicht danach fragt, aber das Böse wohnt in uns selbst. Aber die Menschen können den Gedanken nicht ertragen, ohne zu verzweifeln.
Entweder sieht man sich als schuldlos oder als verdammt an und kann letztendlich die Wahrheit nicht ertragen - dass man gut ist und daß man böse ist. Und daß es in jedem Augenblick die Entscheidung von einem Selbst ist, was man tut. Eine Entscheidung, die einem keiner abnehmen kann: kein Gott und kein Teufel.

Die Welt ist noch nicht erwachsen geworden.

In diesem Sinne.

Seid bedacht.

Darla


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Adamon
Altmeister

Adamon

436 Beiträge
Aus: Wo man mich verweilen lässt ...
Seit: 16.04.2010
(offline)

#107183 gepostet am 08/02/2016 11:43:56 Uhr
Verehrte Darla:

Ich pflichte Euch insofern bei, indem auch Ich annehme,
"dass die Figuren Gottes und auch Luzifers menschengemachte Schöpfungen sind,
- geschaffen, um die Dualität des menschlichen
Bewusstseins besser zu begreifen". -

Damit meine Ich "die Figuren", die Ich an anderer Stelle auch
als "Bilder" im Sinne von "Ab-Bilder" bezeichnete, - und die Ich für mich streng von der,
- ungeoffenbarten, - ständig schöpfenden "Quelle alles Lebens", - der Ur-Gottheit, - trenne. -

Dennoch kann Ich es nicht so sehen, "das der Mensch sich
entschied, böse zu sein", - nicht in dem Sinne, das der Mensch
je einen objektiven Überblick hatte, - aufgrund dessen er sich
entschied, "böse statt gut zu sein"...

Vielmehr sehe Ich es so, "das die Pole "gut" und "böse"
stete Möglichkeiten menschlicher Macht sind und auch mehr oder weniger bewusst angewandt werden, und zwar nicht aus
einem objektiven Überblick heraus, - sondern als Ausdruck
Uns innewohnender Urkräfte, - die Uns von Anfang an bewohnen. -

Insofern halte Ich den Menschen als Wesen an sich sehr wohl
für "ausgewachsen", - Ich nehme jedoch an, "das dieser innere Widerstreit Ihm erhalten bleiben wird", ja, seine
Janusköpfigkeit Ihn ausmacht, - es Teil der menschlichen
Natur ist, intuitiv abwechselnd das Eine wie auch das Andere
für sich entscheiden zu lassen, - und es eben dieser Widerstreit ist, der zur Schaffung menschlichen Bewusstseins führte. -

Ich glaube nicht, das es jemals "nur gute" oder "nur böse"
Menschen geben kann, - man kann zwar von sich verlangen,
"primär gut zu sein", - und Ich halte das auch für erstrebenswert, doch "umso mehr man gut ist, desto weniger
versteht man das Böse", - und genau dies könnte zur Notwendgkeit führen, "erneut böses aus sich heraus zu
offenbaren", - um das Verständnis für seine "zweite Natur"
nicht zu verlieren. -


Gesegnetes Sein, - Adamon. -


Kerze


"Es gibt drei Arten von Menschen:

- Solche, die SEHEN,
- Solche, die Sehen, wenn Sie
ES GEZEIGT BEKOMMEN und
- Solche, die NICHT SEHEN". -

(Leonardo da Vinci)
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Avidan
User

Avidan

44 Beiträge
Aus: Hamburg
Seit: 06.01.2016
(offline)

#107189 gepostet am 10/02/2016 16:48:32 Uhr
Hallo Community,

ich glaube das ist ein Thema, wo es sehr viele Meinungen gibt, auch da was ich bis jetzt hier an Meinungen gelesen habe, fnde ich sehr spannend. Zuletzt habe ich darüber gelesen, das nach der Bibel der Teufel nicht als Teufel erschaffen wurde, sondern hat sich selbst dazu gemacht. Man sagt, das es den Teufel wirklich gäbe, aber sein Charakter am Anfang seiner Erschaffung rein war. Der Teufel entwickelte erst seine Bösartigkeit, nachdem er Gott Widerstand geleistet hat und Gott ihn verbannt hat. Manche denken auch, der Teufel sei einfach das Prinzip des Bösen oder die dunkle Seite im Menschen, wie einige das hier schon angesprochen haben. Die Bibel berichet aber von einem Gespräch zwischen Gott und dem Teufel. Gott ist vollkommen. Er konnte also unmöglich mit etwas Bösem in sich selbst reden (5. Mose 32:4; Hiob 2:1-6). Auch Jesus war ohne Sünde, und dennoch sagt die Bibel, dass er vom Teufel versucht wurde (Matthäus 4:8-10; 1. Johannes 3:5). Damit zeigt sie klar, dass der Teufel eine reale Person ist und nicht einfach das Böse an sich.

Ich bin mit diesem Thema noch nicht ganz so vertraut, aber das hört sich für mich ganz logisch an.

Viele Grüsse,

Avidan


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