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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Wesen der Nacht II - Schattenkrieg


(Mittel: 8680 Zeichen)
 ChildOfDarkness Online seid 12.04.2017
(950 mal gelesen)

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Langsam und königlich erhob sich der helle Mond aus den dunklen Schatten des Waldes. Inmitten von hohem, weichem Gras saß ich auf einer Anhöhe. Für gewöhnlich strahlten Natur und Landschaft hier wunderbare Ruhe aus. Es wäre wirklich idyllisch gewesen, wäre nicht Krieg gewesen.

Mein Blick fiel hinunter auf das Schlachtfeld, wo sich Menschen und Vampire gegenseitig bekämpften. Es war furchtbar. Viel zu viele von uns mussten schon sterben. Alle Vampire der Welt waren in höchster Gefahr. Ich musste einfach an etwas anderes denken und sah auf meine blasen, aber makellosen Hände, welche sanft im silbrigen Mondlicht schimmerten. Sie sahen immernoch genauso aus wie damals, als ich zu einem Wesen der Nacht gemacht wurde. Ich konnte mich an jedes Detail der Verwandlung erinnern. Noch immer spürte ich den süßen, stechenden Schmerz am Hals, der mich an dem Abend in den Bann gezogen hatte, wenn ich daran dachte. Noch immer vernahm ich Eleonores Worte, dass ich nun kein Mensch mehr sei...

... Nach einer ausgiebigen Aussprache mit einer kleinen Gruppe Vampire, deren Anführerin Eleonore war, durfte ich vorläufig bei ihnen in der Villa bleiben. Mir wurden die Regeln der vampirischen  Gesellschaft beigebracht: wie man jagt, wie man sich vor Menschen verteidigt und die Rangordnung. Solche Sachen eben. Bald schon fand ich eine Wohnung in einer nahegelegenen Kleinstadt und zog dort ein. Ich lebe mich relativ schnell ein und knüpfte neue Kontakte, denn hier leben andere Vampire.

Zehn Jahre vergingen und meine flüchtigen Kontakte wurden zu dicken Freundschaften. Gestern Nacht hatte ich eine Verabredung mit Jessica, meiner besten Freundin. Wir wollten uns im Kino treffen, um den neuesten Teil von Underworld anzusehen.

Der Film war zwar echt spannend, aber auch der beste Film geht einmal zu Ende und so machen Jessica und ich uns auf den Heimweg, doch wir ahnten nicht, dass uns vor den Türen des Kinos der pure Horror erwarten sollte. Schockiert mussten wir das Gemetzel zwischen Menschen und unserer eigenen Spezies mitansehen, als wir ins Freie traten. Die Menschen waren diesmal einfach in der Überzahl.

Schweigend dachte ich daran, wie ich vor zwei Jahren das Radio eingeschaltet und eine junge Reporterin von unserer Entdeckung durch Menschen berichtet hatte. Von da an verschlechterte sich die Situation für uns Vampire drastisch. Die Menschen lernen, uns zu erkennen. Sie bauten spezielle Waffen gegen uns und trugen sie immer und überall bei sich. Immer öfter wurden wir auf der Straße angefeindet und immer öfter kam es zu gewaltsamen Übergriffen an uns, selbst wenn wir nur an einem Menschen vorbeigehen wollten.

Die ganze Sache haue sich mittlerweile zu einem richtigen Krieg entwickelt. „Wir müssen uns unauffällig verhalten. Wir müssen so tun, als ob wir Menschen sind“, flüsterte Jessica panisch, fummelte an ihrer Tasche herum und zog ihre 3D - Brille hervor. Hastig klappte sie die Bügel auf und verdeckte mit der Brille ihre Augen, welche in allen Farben funkelten. Ich tat es ihr gleich, packte ihre Hand und zusammen schlichen wir zu unsrer Siedlung.

Auf dem Nachhauseweg erblicken wir alle zwei Meter ausgeblutete und halb verbrannte Körper und jede Menge Asche, doch uns war klar, dass wir, wenn wir nicht genauso enden wollten, keine Zeit verlieren durften. Jessica drückte meine Hand. „Hey, ich finde wir sollten zusammen bleiben. Es ist zu gefährlich, jetzt alleine zu sein. Du kannst bei mir schlafen. Was hältst du davon?“, raunte sie, worauf mir nichts anderes übrig blieb, als zu antworten: „Gute Idee!“ In Jessicas Wohnung angekommen ließ ich mich erleichtert auf das Sofa fallen. Vorerst waren wir in Sicherheit.

Jessica war schon seit Jahrzehnten in der Vampire Army. Oft schon hatte sie mir von ihren Abenteuern dort erzählt. Als ich mich selber als Kriegerin beworben hatte, wurde ich abgelehnt. Ich sei noch zu unerfahren, was die Vampirgesellschaft betreffe. Ha! Dass ich nicht lache! Was hat das bitte mit meinen Kampfkünsten zu tun? Eben. Nichts. Da ich jedoch um jeden Preis für meine Spezies kämpfen wollte, entschloss sich meine beste Freundin, mich den Umgang mit Waffen zu lehren. Jeden Abend trainierten wir hart zusammen.

Heute Abend wurde ich von Jessicas aufgeregter Stimme geweckt. Sie stand in einer Ecke des Zimmers und telefonierte. Schnurstracks ging sie hinaus. Ich vernahm das laute Knarren der Holztür. Schlüsselklimpern. Ein dumpfer Knall. Die Haustür war ins Schloss gefallen. Nun herrschte Stille in der Wohnung. Schwerfällig und verschlafen rollte ich mich aus dem Bett, zog mich an und tapste in Richtung Küche, wobei ich bemerke, dass Jessicas Schuhe und Camouflage - Anzug fehlten.

Auf dem Esstisch hingegen lag ein kleiner, weißer Notizzettel. Neugierig hob ich ihn auf und las, was darauf stand:


Wurde kurzfristig in eine Schlacht eingezogen. Mach dir keine Sorgen.

Jessica


Und ob ich mir Sorgen machte! Das Militärbusiness ist doch kein Kinderspielplatz! Seit Jahren verfolgte ich schon Jessicas Schlachten. Zwar war es im Moment besonders gefährlich, doch ich musste einfach zu ihr. Rasch mixte ich mir einen Blutcocktail und trank ihn in großen Schlucken. Dann schlüpfte ich in Jacke und Schuhe, schnappte mir einen Revolver und huschte aus der Wohnung. Mein Gefühl sagte mir, wohin ich gehen musste.

Endlich hatte ich die Anhöhe erreicht, von der aus man auf dass Schlachtfeld blicken konnte. Es war die Hölle. Wir Vampire waren bei Weitem in Dez Unterzahl. Ich ließ mich im Hohen, weichen Gras nieder.

Jetzt konnte ich auch meine Freundin in diesem grauenvollen, realen Wackelbild von einer Kriegsszene ausmachen. Sie war noch am Leben. Ein schwerer Stein fiel mir vom Herzen. Jetzt wurde sie bedroht. So ein Miststück hielt ihr ein Sonnengewehr an die Brust! Ich erschrak. „Nichts wie hin! Den mache ich fertig!“, schoss es mir durch den Kopf. Innerhalb von Bruchteilen von Sekunden war ich da, entwaffnete den Typen mit dem Sonnengewehr und entblößte meine schneeweißen, spitzen Eckzähne. Sein Flehen missachtend saugte ich jeden Tropfen Leben aus ihm heraus. Mit dem süßen Geschmack der Rache auf der Zunge wendete ich mich Jessica zu, welche sich zu fragen schien, ob ich noch bei Trost war. Glücklicherweise war sie selbst unverletzt. Ich half ihr auf und gemeinsam kämpften wir für unser Schicksal.

Durch das viele Training mit Jessica waren wir zu einem eingespielten Team geworden. Zu zweit besiegten wir eine Menge Gegner, doch plötzlich wurde ich am Knöchel gefasst und stürzte. Ich befand mich in derselben Situation wie meine Freundin vorhin. „Jetzt ist alles aus. Sie haben mich“, dachte ich bei mir und bereitete mich innerlich auf den Tod vor. Der Angreifer hob seine Waffe und zielte auf mich, doch er hatte nicht mit Jessica gerechnet. „He, du Vollpfosten! Finger weg von meiner Freundin!“ Verdattert fuhr der Mensch herum. Darauf hatte Jessica gewartet. Kräftig knallte sie ihr eigenes Gewehr auf seinen Schädel. Verängstigt stand ich auf. Wir rannten los und mähten weiterhin Gegner für Gegner um.

Schlussendlich traten auch die letzten Menschen den Rückzug an. Den Rest des Abends verbrachte ich wieder bei meiner besten Freundin.Wir machten es uns vor den Fernseher gemütlich und feierten unseren Sieg mit einer Runde Blutcocktails. Auf einmal klingelte Jessicas Telefon. Ehe ich befürchten konnte, dass sie erneut in den Kampf ziehen musste, stürmte sie auf mich zu und berichtete, dass man uns heute hatte kämpfen sehen und dass wir in der kommenden Nacht zum Schlachtfeld kommen sollten. Wir sollten beide den Offiziersrang und einen Preis für unsere Beteiligung am Sieg erhalten und ich -logischerweise- zudemin die Army aufgenommen werden!

Der Oberbefehlshaber schritt auf mich zu und verkündete: „Ich möchte mich aufrichtig dafür entschuldigen, Ma'am, dass wir Sie zuerst abgelehnt hatten. Jetzt haben Sie Ihr kriegerisches Talent unter Beweis gestellt. Im Namen aller Vampire bedanke ich mich bei Ihnen und Jessica Schmied für die Rettung unserer Spezies.“

Feierlich überreichte uns der Oberbefehlshaber schwere, goldene Medaillen. Das Publikum gröhlte. Konfetti flog herum. Jessica und ich verneigten uns. Nach der Ehrung ließen wir die Nacht mit einer riesigen Party ausklingen. Wenige Nächte später war der Krieg zwischen Menschen und Vampiren beendet.

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