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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Das Verwandlungsritual


(Mittel: 18255 Zeichen)
 Jana Rogall Online seid 31.10.2015
(3576 mal gelesen)

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Die Verwandlung in einen Vampir folgt nur in den seltensten Fällen einem Biss. Meist bekommt man es sozusagen angeboren, wenn beide Elternteile Vampire sind. Aber ganz genau weiß man das nie, bis zu seinem 14. Geburtstag. Da stellt sich dann erstmals heraus, ob man Vampir oder Mensch ist, und je nach dem wird sich das Leben ziemlich verändern. Aber immer zum positiven hin. Da passiert irgendetwas in unserem Gehirn, dass uns glauben lässt, das, was passiert ist, wollten wir und es ist das Beste. Bei der Verwandlung bekommt man eine Art Tattoo, ein Symbol, in die kleine Kuhle am Hals. Das passiert von allein – oder eben, wenn man ein Mensch ist, gar nicht – und man kann nichts daran ändern. Das Symbol, welches entsteht, gibt einen ganz entscheidenden Charakterzug an, der ein Leben lang eine große Bedeutung haben würde. Mein Vater zum Beispiel hat eine Krone, um die leichte Schleier ziehen. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und kommt aus einer Adelsfamilie. Die Krone bedeutet, dass er viel schaffen kann, Macht und Reichtümer haben wird.

Aber wie alles hat auch dies seine schlechte Seite. Der Schleier soll zeigen, dass man schnell größenwahnsinnig werden kann, dass es passieren kann, dass für einen nichts so wichtig ist, wie Macht über alles und jeden. Aber mein Vater hat es immer unter Kontrolle – bis jetzt zumindest. Bei meiner Mutter prangt ein silberner Schwan unterhalb ihres Halses. Er steht für Schönheit, Geborgenheit und Liebe. Meine ältere Schwester Silvia hat ein schwarzes Herz, durch das ein greller Blitz schlägt. Wir wissen nicht genau, wofür es stehen soll. Dass ihr das Herz gebrochen wird? Ihr Leben lang? Und was ist das Positive daran? Silvia redet nicht gern darüber und trägt meistens Halstücher oder Oberteile mit weiten Kragen, um das Herz zu verdecken. Marcus, mein 12-jähriger Bruder, nervt mich seit Neustem täglich damit, dass er unbedingt ein Vampir werden will. Als ob ich etwas daran ändern könnte. Na ja gut, ich verstehe ihn schon ein wenig. Fast alle aus seiner Familie sind Vampire. Mom, Dad, Silvia. Und ich? Nun, das wird sich in genau zweiundzwanzig Minuten rausstellen. Denn dann ist der 18. Februar, mein 14. Geburtstag.

Dann wird sich herausstellen, was ich bin. Seit den letzten fünf Stunden laufe ich total unruhig in unserem Anwesen auf- und ab und weiß absolut Nichts mit mir anzufangen. Oh, einundzwanzig Minuten! Ich werde hier immer nervöser. Meine Eltern sind noch im Aufenthaltsraum und bereiten alles für das Ritual vor, das bei uns im Keller stattfindet. Man braucht hundert brennende Kerzen um einen herum. Und mindestens ein Mitglied der Familie muss einen Tropfen Blut opfern. Das wird wahrscheinlich mein Dad machen. Er hat es bei Mom und auch bei Silvia getan.Damals hatte sie ein weißes Kleid an, was bauchfrei war. Ihre schwarzen Haare trug sie offen und bei sich hatte sie die Kette, die ihr Freund ihr einst zum Jahrestag geschenkt hatte. Einen Wertgegenstand, den man mit in das Ritual nimmt, sollte man sich vorher sehr gut aussuchen. Ich habe keinen festen Freund oder sonst irgendeinen Menschen, außer meiner Familie, zu denen ich eine besondere Beziehung habe. Deshalb habe ich noch keine Idee, was ich nehmen soll.Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als ich auf einmal hörte, wie jemand meinen Namen rief: „Leanna! Pst. Hier drüben.

Komm raus, ich warte auf dich!“ Obwohl ich die Stimme nicht zuordnen konnte, hatte ich das eigenartige Gefühl, ihr vertrauen zu können. Ich schnappte mir meine Jacke und ging nach draußen in die Nacht hinein. Als sich meine Augen gerade langsam an die Dunkelheit gewöhnt hatten, wurden sie mir plötzlich von hinten her zugehalten. Ich konnte nichts sehen und wusste nicht, wer die Person hinter mir war. Ich versuchte zu treten und um mich zu schlagen, aber irgendwie erwischte ich meinen Angreifer nie. „Pssst.“, hörte ich eine sanfte Frauenstimme zu mir flüstern, die mich ungemein beruhigte. Ich blieb still stehen, aber mein Herz schlug so schnell, dass ich Angst hatte, es könnte aus meiner Brust springen. Ich spürte, wie sie die Hände langsam von meinen Augen nahm. Ich drehte mich blitzartig um und sah sie. Ein Mädchen, ungefähr in meinem Alter, blondes Haar, das im Mondschein schimmerte und über ihren Rücken und ihre Schultern floss. Ihre Augen waren von einen grün, welches direkt zu leuchten schien. Diese wunderschöne, fremde Frau sah mich an und sie hatte irgendetwas an sich…was so beruhigend war, ich weiß nicht, wie ich es erklären soll…in ihrer Nähe fühlte man sich einfach wohl, sicher. Ein Lächeln umspielte jetzt ihre vollen Lippen, als sie einfach meinen Namen flüsterte. „Heute ist dein großer Tag.“, sagte sie leise. Jedes Wort aus ihrem Mund klang wie Gesang von Engeln. Sie lächelte sanft und nahm dann meine Hand, während sie mich weiterhin mit ihrem Blick hypnotisierte. Sie ließ etwas Kühles in meine Hände gleiten, dann hörte ich sie etwas sagen, auf einer Sprache, die ich nicht kannte.Und dann war ich völlig weggetreten. Meine Erinnerung nach dem ist komplett gelöscht.

Ich fand mich – ich weiß nicht, wie viel später – im Garten liegend wieder. Ich rappelte mich auf und versuchte, mich daran zu erinnern, was passiert war, nachdem sie in dieser eigenartigen Sprache gesprochen hatte, doch ich blieb ohne Erfolg.„Leanna! Jetzt komm endlich!“, hörte ich Marcus vom Anwesen aus rufen. Er stand auf der Veranda und sah sich suchend um. „Ich bin hier.“, gab ich zur Antwort und trottete zum Eingang. „Du musst dich beeilen.“, sagte er, „du hast noch genau fünf Minuten.“ Fünf Minuten?! Ich rannte an ihm vorbei und die Treppen rauf in mein Zimmer. Beim vorbeirennen bemerkte ich, dass er seinen Anzug schon trug, während ich noch immer in Jeans und Tank-top rumlief. Und wahrscheinlich hatte ich jetzt allen möglichen Mist in den Haaren, weil ich auf dem Boden lag. Super! Zudem hatte ich keine Idee, was ich anziehen sollte und zum Schminken hatte ich jetzt sowieso keine Zeit mehr. Oben in meinem Zimmer angekommen stellte ich mich vor den Spiegel und versuchte das Gröbste aus meinen Haaren zu entfernen. Als ich feststellte, dass man noch immer sah, dass ich gerade auf dem Boden gelegen hatte, entschied ich mich dafür, meine Haare zu einem Dutt hochzubinden. Danach durchforstete ich meinen Kleiderschrank nach etwas Angemessenem zum Anziehen. Da bemerkte ich, dass ich immer noch etwas in der Hand trug, was mir dieses Mädchen gegeben hatte. Es war eine silberne Kette, an der Anhänger waren. Ohne sie näher zu betrachten oder großartig darüber nachzudenken, machte ich sie mir um den Hals und holte dann ein schlichtes, rotes Kleid aus dem Schrank. Ich schlüpfte aus meinen Klamotten und zog es an. Ich sah mich suchend in meinem Zimmer um, doch fand meine High Heels, die ich anziehen wollte, nicht. Seufzend schnappte ich mir schnell ein paar schwarze Ballerinas. Noch ein, zwei Spritzer von meinem Lieblingsparfüm auflegen…dann rannte ich so schnell ich konnte nach unten in den Keller, wo meine Familie schon auf mich wartete.

Ich war froh, dass für sie keine Zeit blieb, um mich zu fragen, wo ich so lange war. Im Keller war es durch die hundert Kerzen angenehm warm und der gesamte Raum war in ein romantisches und doch mystisches Licht getaucht. Jetzt sahen wir alle auf die Uhr. 30 Sekunden, dann würde sich alles entscheiden…Wir waren alle sehr angespannt und jede Sekunde verging viel zu langsam und doch viel zu schnell. Ich sah mich noch einmal um. Silvia trug ein schlichtes aber doch schönes, schwarzes Kleid. Ebenso, wie meine Mom, doch ihres war cremefarben. Dad trug einen schwarzen Anzug, ebenso wie mein Bruder. Ich fragte mich, ob man sehen konnte, was da so alles in meinen Haaren war, aber das war nicht wichtig, da in diesem Moment alle nur sie große, goldene Uhr ansahen, sie über mein Schicksal entscheiden würde. 10 Sekunden. Jetzt fixierte auch ich mich wieder allein auf die Uhr. Und ich sah jede einzelne Sekunde verstreichen. 5…4…3…2…Und auf einmal verspürte ich erst einen schmerzhaften Stich durch meinen ganzen Körper huschen, der mich zum Aufschreien brachte, dann ein angenehmes Kitzeln. Ich hielt die Luft an, während ich spürte, wie sich etwas unterhalb meines Halses veränderte. Es brannte leicht, aber nicht so, dass es weh tat. Ich konnte nichts um mich herum sehen, außer den Flammen der Kerzen. Dieses Gefühl versetze mich in eine Art Trance. Ich weiß nicht genau, wie lange es dauerte, ich verlor jegliches Zeitgefühl. Doch, als es vorbei war, sackte ich auf dem Boden zusammen und schnappte nach Luft. Ich versuchte wieder aufzustehen und sah dabei, dass alle mich anlächelten. Hm, das war also normal.

Ich zwang mich zu einem Lächeln und dabei bemerkte ich, dass ich wirklich gute Laune hatte. „Leg dich da hin.“, sagte meine Mom zu mir und deutete auf eine Art Altar. Er sah so aus, als würde man darauf Opfergaben bringen wollen. Mit etwas mulmigem Gefühl legte ich mich darauf. Mein Vater griff nach einem großen Messer, welches man schon fast als Schwert bezeichnen konnte. Er setzte es an seiner Pulsschlagader an und zog es langsam über sein Handgelenk. Ich sah, wie Blut aus der Wunde quoll. Er hielt die Hand jetzt über meinen Hals und ließ einige Tropfen Blut in die Kuhle, bevor sich seine Wunde von selbst wieder verheilte. Es fühlte sich gut auf meiner Haut an. Ich sah, wie etwas an meinem Hals kurz aufleuchtete.Und dann war es auch schonwieder vorbei. Ich stand von dem Altar auf und sah meine Familie, die mich angrinste, lächelnd an. „Herzlichen Glückwunsch“, meinte Silvia und legte mir ihren Arm um die Schultern. Ich sah das stolze Lächeln meiner Eltern und es ließ mich fast erröten. Marcus sah leicht zu Boden und stand nah der Tür. „Ich geh dann mal ins Bett…“, meldete er und drehte sich zum Gehen. Jetzt tat er mir irgendwie leid. Als einziger Mensch in einer Familie voller Vampire. Und das noch für zwei Jahre.

Ich ging zu ihm und nahm seine Hände in meine. „Hey, tut mir leid. Aber es sind nur noch zwei Jahre. Und du bist trotzdem einer von uns, das weißt du doch.“ Er nickte leicht. „Wenn du meinst.“ „Ich weiß es! Oder haben wir dich jemals ausgeschlossen?“ Er schüttelte den Kopf und sah zu Boden. „Danke“, flüsterte er, „und herzlichen Glückwunsch. Ich habe auch noch etwas für dich.“ Mit diesen Worten holte er ein kleines, in silbernes Geschenkpapier verpacktes, Päckchen hervor und gab es mir. „Vielen Dank.“, sagte ich lächelnd. Er grinste. „Gern…aber ich glaube, ich geh trotzdem schlafen. Ich bin müde.“ „Okay“, sagte ich, „schlaf gut.“ „Feier du noch schön.“ Dann verschwand er aus dem Keller und hoch in sein Zimmer. Da der 14. Geburtstag bei Vampiren sowas wie die Jugendweihe ist, gab es jetzt noch eine Feier. Und ich würde Geschenke bekommen. Meine Schwester hakte sich bei mir unter und wir gingen zusammen in den Nebenraum. Dort standen zwei große Tische. Auf dem einen waren unzählige Geschenke und auf dem anderen auf großes Buffett. Ich deutete auf die große Punschschüssel. „Ich vermute, dort ist kein Punsch drin?“, fragte ich etwas nervös. „Komm drüber weg, Süße!“, meinte Silvia amüsiert. „Du wirst dich schneller daran gewöhnen, als du denkst.“, stimmte meine Mutter zu. Ich versuchte, so auszusehen, als hätte mich das überzeugt, aber im Grunde hatte ich kein gutes Gefühl dabei, Blut zu trinken. Ich wusste schon lange, dass mein Vater Menschen tötete, um an deren Blut zu kommen, damit er meine Mom und meine Schwester ernähren konnte. Damit hatte ich mich irgendwann auch abgefunden. Aber es jetzt selbst zu trinken? Schauder.Mein Dad nahm ein danebenstehendes Glas und schöpfte etwas von dem…Nicht-Punsch hinein.

Er reichte mir das Glas. Ich schluckte hart und nahm es in die Hand. Ich konnte die Blicke von allen spüren und das machte mich nur noch nervöser, als ich ohnehin schon war. Ich sah hinunter in die rote Flüssigkeit. „Jetzt mach’s nicht so spannend. Trink schon!“, neckte mich meine Schwester. Als ob mir das helfen würde. Ich sah meinen Dad unbestimmt an. „Keine Sorge“, sagte er, „dafür sind keine Menschen gestorben. Ich versprech‘s dir!“ Das beruhigte mich schon etwas mehr. Vorsichtig hob ich das Glas an die Lippen und ließ den ersten Schluck langsam in meinen Mund laufen. Der Geschmack war süß und doch würzig. Die Dickflüssigkeit hatte etwas von Nektar an sich.Gierig trank ich auch den Rest des Glases aus. „Und, was sagst du?“, fragte meine Schwester amüsiert grinsend. „Es ist…einfach fantastisch!“, brachte ich heraus. Meine Eltern grinsten mich breit an. „Ja, nicht wahr?“Ich stellte das Glas zurück auf den Tisch und ging dann zu dem Tisch mit den Geschenken. Da weile hatte Silvia schon Musik aufgedreht. Ich wusste nicht, wer die Band war, aber die Musik hatte einen tollen Rhythmus, der durch Schlagzeug, Gitarren und Piano hervorgerufen wurde. Die Sängerinnen hatten ziemlich hohe Stimmen. Ich achtete nicht so auf die Texte, deshalb wusste ich nicht, worum es ging.Ich nahm das erste Geschenk in die Hand.

Es war in Papier eingewickelt, das golden schimmerte und mit einer roten Schleife verschönert. Ich löste vorsichtig die Schleife und entfernte das Geschenkpapier. Zum Vorschein kam ein kleiner Spiegel, dessen Rahmen mit Rubinen bestückt war. Als ich in den Spiegel sah, wurde mir schlagartig klar, dass ich etwas sehr wichtiges vergessen hatte: welches Symbol hatte ich jetzt auf meinem Hals?Es war ein umgekehrtes L, das mit Blumenranken umrahmt war. Ich starrte es an und versuchte, herauszufinden, wofür es stehen könnte. Ein umgekehrtes L ? Was hatte das denn bitte mit meinem Charakter zu tun? Ist L vielleicht der Anfangsbuchstabe des Namens meines zukünftigen Freundes? Ich sah fragend zu meinen Eltern auf. Dad hatte bereits ein Buch in der Hand und blätterte darin. Dort standen die Erklärungen von ein paar Symbolen. Unter anderem auch Buchstaben. „Also, ein umgekehrtes L finde ich hier nicht“, meinte er, „aber das L steht normalerweise für Liebe.“ Er sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Und warum ist es gespiegelt?“, wollte ich wissen. Er zuckte einfach mit den Schultern und stellte das Buch zurück ins Regal, aus dem er es hatte. Sollte ich mich jetzt etwa damit zufriedengeben?!

Dass ich keine Ahnung habe, was das Symbol bedeuten soll, dass ich jetzt die Ewigkeit mit mir rumtragen werde zu bedeuten hat? Was es mit mir zu tun hat und was es über meinen Charakter aussagt? Ich stand da und wurde fast verrückt vor Unwissenheit. Wieder sah ich in den Spiegel, während ich mich auf einem der Sessel niederließ.Wer bin ich?, fragte ich mich, während ich hineinsah. „Ich muss es aber wissen.“, sagte ich kleinlaut. Silvia stand schon neben mir. „Da sind wir wenigstens zwei, die es nicht wissen. Oder zumindest noch nicht. Gedulde dich, darauf vertraue ich jetzt auch…oder darauf, dass mir mein unendliches Leben lang das Herz gebrochen wird.“ Sie lächelte halbherzig. Ich nickte leicht und wandte mich dann wieder den restlichen Geschenken zu. Ich hatte ein kleines, ausfahrbares Sofa und eine Musikanlage für mein Zimmer bekommen. Ebenso wie Bücher, CDs, DVDs, Parfüm und teuren Schmuck (auf den ich allerdings nicht so viel Wert legte). Bis sechs Uhr morgens feierten wir im Keller, hörten Musik, unterhielten uns du tranken…Blut.Als ich nach dieser Nacht in mein Zimmer zurückkehrte, dachte ich noch immer über das gespiegelte L nach. L…Liebe…aber warum gespiegelt? Meine Gedanken wichen erneut zu dem geheimnisvollen Mädchen, das mir die Kette gegeben hatte. Ich nahm sie ab, um sie das erste Mal genau zu betrachten. Sie kleinen Anhänger waren Herzen, in die etwas eingeritzt war. Ich wusste nicht, welche Sprache es war, aber als meine Augen über die Buchstaben (oder her Hieroglyphen) fuhren, wurde mir auch einmal ganz warm. Okay, das alles machte mir so langsam wirklich Angst und gab mir zu bedenken. Ein Mädchen, das ich nicht kannte, und welches so wunderschön war, das mir fast der Atem stockte, hatte mir eine silberne Kette geschenkt.

Ich wusste nicht, was darauf steht, und trotzdem hatte ich starke Emotionen dabei. Und dann war da dieses gespiegelte L. Was hatte das alles zu bedeuten?Und warum mussten alle diese Fragen genau jetzt auf mich zukommen? Jetzt, wo ich mich erst mal mit meinem neuen Leben vertraut machen …und mich auf den Schulwechsel in einem Jahr vorbereiten muss! Ausgerechnet jetzt noch sowas!Ich wollte versuchen, mich abzulenken und legte eine der CDs, die ich bekommen hatte in. Ich bemerkte, dass es die gleiche Band war, von der wir unten Musik gehört hatten. Ich wurde sanft in den Schlaf gesungen und von meinen verwirrenden Gedanken verlassen.Im Traum sah ich das Mädchen wieder. Dieses wundervolle Mädchen. Sie stand einfach da und lächelte mich an. „Und, wie fühlst du dich, als Vampirin?“, fragte sie mit sanfter Stimme. Ich gab keine Antwort, sondern sah sie einfach nur verwirrt an. „Wer bist du?“, fragte ich schließlich. Sie lächelte amüsiert. „Mein Name ist Kayla. Aber eigentlich bin ich, wer immer du willst. Denn ich bin nicht echt…Ich bin eine Einbildung, die dir helfen soll, die Antwort auf die eine Frage zu finden.“„Welche Frage?“ Ich war total verwirrt. Sie lachte: „Das musst du doch wissen!“.Da machte es klick bei mir. „Was bedeutet das gespiegelte L?“, platze ich heraus. „Was siehst du denn, wenn du in den Spiegel siehst?“ Mich. „Soll das heißen, ich bin selbstverliebt?!“ Das wäre wirklich total scheiße. Sie lachte erneut ein goldiges Lachen. „Nein…denk‘ mal genau nach. Was siehst du?“ Ich überlegte. „Eine junge Vampiren. Ein Mädchen.“ Jetzt grinste sie breit. „Ja, richtig…“, flüsterte sie und kam näher an mich heran.Ich sah sie mit großen Augen an. Und sie kam noch näher…ganz nah an mich heran.

Und küsste mich schließlich.

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