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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Der Ring


(Lang: 24877 Zeichen)
 Barbara Schmid Online seid 12.01.2006
(1185 mal gelesen)

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Wie von selbst tragen mich meine Beine nach Hause. Jeder Schritt ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Immer wieder und wieder, jeden Tag, ohne Ausnahme, gehe ich diesen Weg. Ich spüre die frische Nachtluft, die durch meine Haare weht und mir ein Gefühl der Zufriedenheit verleiht. Doch was war das?
Ein Geräusch!
Direkt hinter mir! Ich bleibe stehen! Ein unangenehmes Gefühl geht durch meinen Körper, ein Gefühl der aufkommenden Angst. Langsam drehe ich mich um und sehe eine Katze. Eine Katze! So ein kleines Tier macht mir so eine große Angst? Kopfschüttelnd gehe ich weiter und genieße die Nacht.
Zum zweiten mal bleibe ich stehen und horche in die Dunkelheit hinein.
Da ist es! Ich höre es ganz deutlich.
Langsam gehe ich weiter. Was auch immer das war, es verfolgte mich. Ich bog um eine Ecke und verlies so meinen Weg. Keine Ahnung warum ich den mir Vertrauten Weg verließ. Ich musste entweder total verrückt oder einfach nur dumm sein. Ich wollte es abhängen! Ich ging in eine mir unbekannte Gasse, in der Hoffnung, dass diese mich in Sicherheit bringt.

Ich bin drei mal links und fünf mal rechts gegangen, doch es war immer noch da.
Ich konnte es spüren! Hier irgendwo! Ganz in meiner Nähe! Ich bog um eine Ecke und stellte erschrocken fest, das ich in eine Sackgasse gelaufen bin. Ich drehte mich um und bekam einen Schrecken. Ich sah einen großen Mann der keine fünf Meter von mir weg stand. Er machte mir Angst! Sein langer Schwarzer Mantel flatterte ein wenig im Wind und es schien, als würde er mich röntgen. Er sah mich an, er sah mich einfach nur an. Noch nie hat mich jemand so genau beobachtet.
Endlich fand ich meine Stimme wieder und versuchte mich auf den Weg nach Hause zu machen.
>>Ähm? Also ich geh dann mal. Meine Eltern warten bestimmt schon auf mich.<<
Das war gelogen! Meine Eltern würden nie auf mich warten. Sie kümmern sich einen Scheißdreck um mich.
Der Mann schien wie aus einer Art Trance zu erwachen und sah mich erstaunt an. Ein schiefes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, dass mir das Blut in den Adern gefrieren lies. Ich war noch keinen Schritt gegangen als er anfing zu sprechen.
>>Deine Eltern warten nicht! Und das weißt du!<<
Das hatte ich nicht erwartet! Erstaunt sah ich ihm in die dunklen Augen und gerade als ich fragen wollte woher er das weiß sagte er: „Frag nicht!“
Er sah mir in die Augen und kam langsam auf mich zu. Ich wich zurück.
>>Ich geh dann mal!<<
Ich wollte losgehen als er auf einmal direkt vor mir stand.
„Du gehst nirgendwo hin!“, sagte er mit einem amüsiertem Grinsen.
Wie konnte er so schnell vor mir stehen, ohne das ich es mitbekam. Gerade als ich diese Frage stellen wollte, legte er seine Hand auf meine Lippen, um zu verhindern, dass ich diese Frage ausspreche.
Kaum vorstellbar, dass ich noch mehr Angst bekam als ich schon hatte, aber mein Herz raste und mein Körper fing an zu zittern.
>>Hey, keine Angst! Es wird nicht fest weh tun!<<
Was? Was wird nicht fest weh tun?
Er berührte mein Kinn und drückte meinen Kopf auf die Seite. Ich versuchte ihn wegzudrücken, aber er rührte sich keinen Millimeter.
>>Lass mich los! Ich will jetzt gehen!>>
Meine Stimme klang stark und selbstbewusst, aber ich war alles andere als das.
>>Du willst gehen? Dorthin zurück? In das Haus, das du in Gedanken verfluchst? Zurück in deine Hölle? Zu den Menschen, die dich gequält haben und immer quälen werden? Zu den einzigen Menschen für die du Hass empfinden kannst? Dorthin willst du zurück?<<
Tränen stiegen mir in die Augen und drohten meine Wangen hinunter zu gleiten. Er hat meinen Schwachen Punkt angesprochen!
„Was willst DUU dagegen tun?“, sagte ich mit leicht aufgebrachter Stimme.
>>Vertrau mir einfach!<<
Seine braunen (fast schwarzen) Augen sahen mich fragend an und ich wollte nicht nach Hause zurück. Ich konnte einfach nicht anders! Ich musste ihm Glauben! Ich sah ihm in die Augen blieb jedoch stumm. Er flüsterte mir ins Ohr: „Darf ich?“
Ich konnte nur noch nicken.
Ich schloss meine Augen und versuchte mich zu beruhigen.
Ich spürte seine Lippen an meinem Hals und sein Atem kitzelte meinen Nacken.
Was sollte das denn? Wie sollte mir das auch nur im geringsten helfen?
Ich weiß auch nicht warum, aber ich Vertraute ihm.

Dann passierte etwas, dass mich dazu brachte meine Augen aufzuschlagen. Ein kurzer Schmerz! Zwei Stiche in meinem Hals und ich Verstand! Ein Vampir!
Nach einer Zeit fielen meine Augen vor Erschöpfung zu und meine Angst schwand mit meiner Kraft. Meine Beine wurden langsam schwach und ich musste mich an den Vampir festklammern, um nicht zusammen zu sinken.


Ich kam zu mir und sah mich um. Ich lag in einem Schwarz überzogenem, weichem Bett. Der Himmel verriet mir, dass es entweder immer noch, oder schon wieder Dunkel war. Das Licht des Vollmondes erhellte den Raum, der aussah wie ein gewöhnliches Zimmer.
Ich hörte ein Geräusch und legte mich schnell wieder hin. Er würde gleich zur Tür herein kommen.
Ich schloss meine Augen und tat so, als würde ich schlafen. Er betritt das Zimmer.

Ich blinzelte, setzte mich langsam auf und rieb mir die Augen.
>>Wo bin ich?<<
Er schritt langsam zu mir herüber und beantwortete meine Frage.
>>In meiner Wohnung!<<
„Du hast eine Wohnung?“, fragte ich überrascht.
Ein kleines Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, wie eh und je Furchteinflößend.
>>Was hast du erwartet? Eine Gruft?<<
Das sprechen war unangenehm. Mein Mund war trocken und meine Kehle schrie förmlich nach Flüssigkeit.
>>Hättest du vielleicht was zum trinken für mich?<<

>>Ach, weißt du für Notfälle sollte jeder Vampir eine Flasche Blut bei sich haben. Natürlich kann man das nicht mit frischem Blut vergleichen, aber wir können damit überleben.<<
Er holte eine eigenartig geformte Flasche aus seiner Jackentasche, die wie man sah mit Blut gefüllt war.
>>Hast du vielleicht auch Wasser?<<
Ein amüsiertes Lächeln zeigte sich, dass seine scharfen Zähne zum Vorschein brachte.
>>Sicher! Aber nur zum Waschen. Glaub mir! Du bringst es nicht runter.<<
Ich nahm die Flasche und öffnete sie vorsichtig. Sie war luftdicht verschlossen, dass das Blut nicht trocknen konnte. Vorsichtig setzte ich die Flasche an meine Lippen und nippte daran. Es schmeckte köstlich! Noch nie in meinem Leben habe ich so etwas leckeres getrunken. Ich setzte die Flasche wieder an, aber diesmal trank ich schnell und gierig.
Das Blut glitt meine Kehle hinunter und durchströmte meinen ganzen Körper mit Energie.
Als ich die Flasche von meinen Lippen trennte war sie leer.
Mit meiner Zunge leckte ich das restliche Blut von meinen Lippen.
Er nahm die Flasche und zog seine Augenbrauen hoch.
>>Also jetzt wo du meinen Vorrat ausgetrunken hast sollten wir uns auf die Jagd machen. Bist du bereit?<<
>>Ähm? Hast du vielleicht noch was zum Anziehen für mich?<<
Ich bin gerade aufgestanden und roch an meiner Kleidung.
Er sah mich an und sagte: „Nö, aber das machen wir wohl lieber als erstes!“
Meine Anziehsachen waren nicht gerade die Besten.

Als wir aus der Wohnung kamen sah ich auf dem Gang einen Spiegel. Ich wollte eigentlich nur sehen, wie kaputt ich aussah, stattdessen bekam ich einen unheimlichen Schock. Nichts! Kein Spiegelbild. Ich tippte mit meinem Finger auf den Spiegel, um nachzusehen was los ist.
„Du gewöhnst dich dran“, sagte der Vampir und ging weiter.
Ich eilte ihm nach. Jetzt wo mir erst richtig Bewusst wurde, dass ich ein Vampir bin stellte ich mir hunderte Fragen. Was ist mit Knoblauch? Wie reagieren wir auf die Sonne? Warum können wir nur Blut trinken? Und so weiter.
>>Duuh?<<
>>Was?<<
>>Wie heißt du eigentlich?<<
Er blieb stehen. Glücklich darüber, dass ich ihn das Fragte.
>>Tut mir leid! Ich habe völlig vergessen mich Vorzustellen. Ich bin Aramähus dé Lapide. Und du?<<
>>Ich bin Angelika Dresch.<<
Wir schüttelten uns die Hände und gingen weiter.
Ich fand, dass der erste Name nicht zum Nachnamen passte aber egal. Es ist doch bestimmt umständlich immer den vollen Namen zu sagen.
>>Du hast nicht zufällig einen Spitznamen, oder?<<
>>Sicher: Eddie<<
Wer weiß wie jemand auf diese Idee gekommen ist, der Spitzname hat nichts mit dem richtigen zu tun.
>>Wie nennt man dich denn?<<
>>Angie!<<
Wir kamen nach draußen. Es war eine Klare Nacht und der Mond warf sein Licht auf uns. Es kam mir so hell vor, als wäre es Tag.
>>Eddie<<
>>Was?<<
>>Was ist eigentlich mit Knoblauch, mit dem Sonnenlicht und warum trinken wir Blut?<<
>>Nun! Knoblauch stinkt einfach nur und wir weichen eben jedem Gestank aus. Sonnenlicht ist für uns tödlich. Aber es braucht mindestens zwei Stunden um uns zu töten. Und wir trinken Blut, weil unser Blut nicht in der Lage ist sich zu regenerieren. Wir nehmen über das Blut die ganzen Nährstoffe auf. Wenn wir lange nichts trinken verdursten wir.<<

>>Aha! Was ist mit dem ewigem Leben und was hat es mit dem Spiegel auf sich? Und was ist mit dem Kreuz?<<

>>Also! Ja wir leben ewig! Das mit dem Spiegel wissen wir nicht und das Kreuz ist ein Zeichen der Erlösung. Wenn wir uns zum Beispiel ein Kreuz aufs Herz legen, erlösen wir uns vom ewigem Leben. Außerdem wirkt Weihwasser wie ganz normales Wasser.<<

Ich war mir sicher, dass er keine Lust mehr hatte mir die ganzen Fragen zu beantworten, aber sie brannten regelrecht auf meiner Zunge.

>>Und wenn jetzt jemand mir ein Kreuz aufs Herz drückt sterbe ich nicht?<<
>>Genau!<<
>>Also kann ich mich nur selbst Erlösen?<<
>>Ja!<<
>>Also sind das Kreuz und die Sonne die beiden einzigen Dinge, die uns das Leben nehmen können? Kein Pflock kann uns umbringen?<<
>>Ja, aber wir können auch verdursten!<<
Während ich noch darüber nachdachte gingen wir in die Stadtmitte und Menschen kamen uns entgegen.
>>Eddie? Es hat doch bestimmt kein Geschäft mehr offen.<<
>>Das ist mir bewusst! Wart es ab.<<
Ich wusste nicht ob ich die Frage stellen sollte, aber es interessierte mich!
Wir gingen rechts in eine kleinere Straße und Eddie sagte plötzlich: „237“.
Ich sah ihn erstaunt an.
>>Was ist mit 237?<<
>>Ich bin 237 Jahre alt! Das wolltest du doch wissen.<<
„Kannst du Gedanken lesen?“, fragte ich ernst.
>>Nein, natürlich nicht! Es ist nur so, dass sich das jeder fragt!<<
>>237! Dafür hast dich aber gut gehalten! Altert man nicht mehr wenn man ein Vampir ist?<<
>>Nein!<<
>>Ich bleibe für immer 16?<<
>>Ja!<<
Wir hielten an. Wir standen vor einem nicht allzu großem Laden.
Er stocherte mit seinem Fingernagel an der Türe herum und es dauerte nicht lange, bis er die Tür öffnete.
Ich wollte hineingehen doch prallte ich ab, als wie wenn ich gegen eine Plastik Türe gelaufen wäre.
Eddie fing an Schadenfroh zu grinsen. Er streckte die Hand aus und bat mich höflich herein. Misstrauisch streckte ich eine Hand durch die Türe. Es war nur Luft. Langsam betrat ich den Raum und sah mich um. Eddie räusperte sich.
>>Oh, sorry! Komm doch bitte rein!<<
Ich fand einen Mantel der mir sehr gut gefiel. Automatisch schaute ich auf den Preis. Der Mantel würde über 200€ kosten. Aber dann fiel mir ein, das ich gar nicht zahle. Er war nicht ganz so lang wie der von Eddie aber er war aus dem selben Material. Er ging etwas über die Kniekehlen.
Keine zwanzig Minuten später stand ich mit einem neuem schwarzem Mantel, einem dunkel rotem Oberteil, einer dunklen Jeans mit Gürtel und schwarzen Stiefeln draußen auf der Straße.
Ich hätte mich ja gern noch mal im Spiegel gesehen aber das ging ja nicht. Also musste ich mich auf das Urteil von Eddie verlassen, der wie man sah, einen guten Geschmack hatte.
Wir gingen und gingen und ich hatte keine Ahnung wo hin wir gingen.
>>Wer hat sich das mit dem hereinbitten ausgedacht?<<
>>Nun im Grunde niemand. Aber da die Vampire immer höflich waren und nie eintraten bevor sie darum gebeten wurden, blieb es lange unerkannt, dass ein Vampir nicht eintreten kann wenn er nicht darum gebeten wird. Das kann ich dir eigentlich genauso wenig wie das mit dem Spiegel erklären.<<

>>Wie hast du das eigentlich alles gewusst. Ich meine, das mit mir und meinen Eltern?<<

>>Sei mir nicht böse, aber ich hab dich schon länger beobachtet.<<

>>Wie könnte ich dir böse sein? Du hast mich vor meinen Eltern gerettet.<<

>>Wie kam das mit dem Pflock?<<

>>Oh! Du hörst wohl nie auf zu fragen oder?<<

>>Für heute die letzte Frage.<<

>>Hoffentlich kommen Morgen nicht so viele dran.
Ich denke mal, dass jemand dachte von einem Vampir angegriffen zu werden und ihn dann durch Notwehr einen Pflock durchs Herz gerammt hat. Es aber ein Mensch war und starb.<<

Ich sah auf meine Uhr. Es war schon halb vier! Es würde nicht mehr lange bis zum Sonnenaufgang dauern.

>>Wir haben schon halb vier.<<

>>Wir haben genau noch 46 bis 48 Minuten bis zum Sonnenaufgang.<<

>>Hmn! Kennst dich wohl ziemlich gut damit aus!<<

>>Ich hatte 211 Jahre Zeit um das zu lernen. Was hast du erwartet?<<

>>Nichts!<<
Ich hörte schon seit ungefähr zehn Minuten ein eigenartiges Geräusch, dass sich jetzt als geschmacklose Musik herausstellte.
Wir blieben stehen und ich sah die letzten Menschen die jetzt nach Hause stolperten.
Eddie sah mich eigenartig an.

<<Was?<<

>>Zeig was du kannst!<<
Ein amüsiertes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht, das mir diesmal keine Angst mehr machte.
Es machte mich Wütend!
>>OK!<<
Ich ging auf die Menschen zu und schon nach ein paar Schritten wurde ich wieder langsamer. Meine Wut hat meinen Verstand vernebelt und jetzt wo mein Verstand wieder die Oberhand gewinnt, wird mir klar, dass ich keine Ahnung hab was ich tun soll.
Ich spürte den Blick von Eddie in meinem Rücken und ging wieder schneller.
Schon kam ein Besoffener Junge keine zwei Jahre älter als ich auf mich zu.
Ich sagte mir entweder jetzt oder nie.
Der Junge lallte etwas daher, dass ich nicht Verstand.
Mir fiel nichts besseres ein, als ihn anzumachen.
>>Hey, hast du Lust mit mir noch was zu trinken?<<
Er kniff seine Augen zusammen um mich besser zu sehen und lallte etwas von: Bist du überhaupt schon alt genug?
Ich lachte künstlich und sagte: „Glaub mir, dass bin ich! Ich kenn einen guten Club da hinten.“
Er legte seinen Arm um meine Hüfte und drückte mich an sich.
Es war widerlich! Es lief mir kalt den Rücken hinunter.
Ich drückte ihn etwas weg und nahm seine Hand von meiner Hüfte. Der Typ sagte etwas von: Bist aber ein schüchternes kleines Mädchen und Grinste dreckig.
Händchenhaltend führte ich ihn in die Gassen von denen Eddie und ich gekommen sind. Bald waren wir außer Hörweite der vereinzelten Menschen. Ich sah Eddie auf eines der Dächer sitzen um uns zu beobachten.
Der Junge sagte auf einmal: „Ich weiß schon was du willst!“ und drehte mich, dass ich mit dem Rücken an der Wand stand. Er drückte sich an mich und wollte mich küssen. Ich drückte ihn weg. Nicht so wie vorher sondern mit mehr Kraftaufwand.
Er flog geradezu an die gegenüberliegende Wand.

Das wollte ich nicht! Ich wurde noch nervöser als ich schon war. Hoffentlich ist er Ok!
Ich hörte etwas und sah nach oben. Eddie sprang vom Dach herunter und landete neben mir. Er ging langsam auf den Jungen zu und sah mich an.
>>Gar nicht mal schlecht!<<
„Ist er Ok?“, fragte ich besorgt.
>>Jaja!<<
Ich trat näher und sah den Jungen an. Er lag bewusstlos da und sah aus wie tod. Eddie kam zu mir und legte zärtlich seinen Arm um meine Schultern. Er gab mir einen kleinen Kuss auf die Stirn und ich lies endlich den Blick von den Jungen ab. Seine dunklen Augen sahen mich so an, dass ich die Angst vor ihm verlor. Ich fühlte mich so wohl. So wohl, wie noch nie zuvor.
Noch nie hatte ich so eine Wärme gespürt wie mir Eddie verlieh.
Er besann sich und wendete seinen Blick von mir ab und sah zu den Jungen hinunter.
>>Komm!<<
Er kniete sich neben den Kerl und ritzte mit seinem Fingernagel in die Haut des Jungen. Blut kam zum Vorschein, das mich wie magnetisch anzog. Eddie probierte von dem Blut und kam zum Schluss, dass es gut war. Er überließ mir die ersten Schlücke, ich wollte eigentlich erst einmal zusehen, doch das Blut hypnotisierte mich. Gierig trank ich mindestens einen halben Liter, bis ich zu mir kam und abließ.
Nun setzte er seinen Mund an die Wunde und trank. Nicht so gierig wie ich und viel genüsslicher. Schon nach ein paar Schlücken hörte er auf.
>>Hast du denn keinen Hunger?<<
>>Wie könnte ich? Nachdem ich doch erst dein ganzes Blut getrunken habe.<<
>>Ach, daran habe ich gar nicht mehr gedacht.<<
Er legte seine Hand über die Wunde und kurz danach war da gar keine Wunde mehr.
„Oh, kann ich das auch?“, fragte ich erstaunt.
>>Ja!<<
Er packte den Jungen und warf ihn wie einen Kartoffelsack über die Schulter.
Wir gingen in Richtung Dorfmitte, wo der Junge herkam.
Eddie lehnte den Jungen mit den Rücken an eine Hauswand.
„Was ist wenn er sich an etwas erinnert?“, überlegte ich mir laut.
Eddie sah zu ihm herunter und sagte mit einem kleinem Lächeln: „Der erinnert sich an gar nichts mehr!“
Wir machten uns auf den Weg in Eddies Wohnung. Ich sah schon einen hellen Streifen am Horizont, der den Sonnenaufgang ankündigte.
Es dauerte nicht lange und wir standen vor Eddies Wohnungstüre. Eddie suchte seinen Schlüssel und schloss auf. Er ging zielstrebig ins Zimmer, doch dann hielt er an und sah mich an. Ich stand vor der Türe. Schließlich wollte ich nicht Nocheinmahl gegen die Luft prallen.
>>Ich muss dich nicht erst hereinbitten!<<
Misstrauisch ging ich langsam herein und schloss die Türe.
>>Warum nicht?<<
>>Weil ich dich zum Vampir gemacht habe und dir jetzt praktisch alles gehört was mir gehört.<<
Er schloss die ganzen Fenster, die man alle zweimal zumachen musste, das ja kein Sonnenlicht herein kam.
Ich setzte mich auf das Bett und schaltete den Fernseher ein. Auf dem Bildschirm war so eine dunkle Folie geklebt, die bestimmt dazu dar war, unseren Augen nicht weh zu tun.
Eddie kam und setzte sich neben mich.
„Hättest du was dagegen, wenn ich kurz duschen gehe?“, fragte ich höflich.
>>Nein, geh ruhig. Ich hab dir auch schon ein Shampoo und Duschgel geklaut.<<
Ich trat ins Badezimmer und suchte ein Handtuch. Gerade als ich eines nehmen wollte, sah ich den Ring, den mir meine Freundin geschenkt hat. Ich vermisste sie! Sie war es, die mich all die schrecklichen Jahre am Leben hielt. Sie war es, die mich zum Lachen brachte. Sie war es, der ich alles erzählte. Und jetzt musste ich sie allein lassen. Ich kann ihr nicht einmal sagen, dass es mir jetzt besser geht.
Obwohl das Dorf ist klein, ich werde sie schon noch einmal sehen. Ich nahm den Ring zum Duschen ab und nachdem ich fertig war, war es der erste Gegenstand, den ich mir wider aufsetzte.
Ich trat ins Wohnzimmer und sah Eddie mit einem mir unbekannten Mann sprechen.
„Guten Morgen!“, sagte ich mit einem Blick auf meine Uhr.
„Morgen!“, sagte der Mann.
Es dauerte nicht lange und der Mann verabschiedete sich und ging.
„Wer war das?“, fragte ich neugierig.
>>Der Vermieter!<<
>>Und?<<
>>Nun, ich hab ihm erzählt, dass wir morgen Nacht verschwinden.<<
>>Ach echt!<<
>>Ich wohne hier schon acht Jahre, viel zu lange, für das, das ich ihm das Leben gerettet habe.
Ich geh dann mal Duschen.<<

Wir gehen Weg! Ich kann meine Freundin nicht mehr sehen! Ich dankte ihr noch in Gedanken für alles, was sie für mich getan hat.
Ich schaltete den Fernseher schon wieder ein, aber es kam nichts. Ich schaltete von einem Programm zum nächsten, bis Eddie aus dem Bad kam und fragte ob ich Schach kann.
>>Ja!<<
>>Hast du Lust zum Spielen?<<
>>Ja!<<
Das Schach spielen hat mir auch meine Freundin beigebracht. Es machte mir Spaß mit Eddie zu Spielen, obwohl er immer gewann.
Bald wurde ich müde und fragte Eddie wo ich denn Schlafen soll.
„Im Bett vielleicht?“, sagte er Sarkastisch.
>>Und wo willst du dann Schlafen?<<
>>Auf der Couch!<<
Das gefiel mir nicht, das ich ihm jetzt alles wegnahm. Deshalb schlug ich vor, dass ich auf der Couch schlafe und er im Bett.
>>Nein, kommt nicht in Frage!<<
Ich sah mir das Bett an und fand, dass es eigentlich groß genug wäre, um es zu teilen, doch diesen Gedanken würde ich niemals laut aussprechen.
Ich war zu müde um mich noch weiter zu streiten und legte mich ins Bett. Keine Minute später war ich eingeschlafen.

Ich wachte auf.
Eddie war schon länger wach, und bereit zum Losgehen. Ich stand auf und schon ging es los.
Es war eine bewölkte, dunkle Nacht.
>>Wo gehen wir eigentlich hin?<<
>>Nach Westen!<<
Tolle Antwort! Echt super.
Wir gingen eine Straße entlang, unter der ein Bach durchfloss. An dem Geländer, das über dem Bach angebracht war blieb ich stehen. Eddie ging noch ein bisschen weiter und drehte sich dann um. Ich nahm den Ring von meinem Finger und sah ihn noch einmal an. Ich konnte ihre Stimme hören, ihr Gesicht und ihr Lachen sehen und ihre glänzenden Augen. Von meinem ganzen früheren Leben tat es mir nur weh mich von ihr zu trennen. Sie hat so viel für mich getan und jetzt muss ich sie allein lassen. Mir geht es gut sagte ich leise, als könnte sie es hören. Tränen stiegen mir in die Augen und es schnürte mir die Kehle zu. Es tat in meiner Seele weh, die einzige Person zu verlassen, an der mir in meinem ganzem früherem Leben etwas lag. Ich legte den Ring auf das Geländer und sagte in Gedanken „Tschüss“. So laut habe ich noch nie Gedacht. Das war der Abschied von meinem altem Leben.
Ich sah Eddie an und ging zu ihm und zugleich in mein neues, hoffentlich besseres Leben.
Er sah mich an, als würde er verstehen wie schwer mir der Abschied fiel.
Er legte seinen Arm zärtlich um mich, wie er es schon einmal getan hat und ein eigenartiges Gefühl ging durch meinen Körper.
Ein Gefühl, das ich noch nie zuvor fühlte.
Liebe!
Und gemeinsam gingen wir durch die Nacht.

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