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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Wesen der Nacht


(Mittel: 9041 Zeichen)
 ChildOfDarkness Online seid 17.12.2016
(1664 mal gelesen)

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Vogelzwitschern. Es waren die Spatzen. Andere Vogelarten lassen sich in einer Jahreszeit wie dieser in Europa nicht blicken. Die meisten Schwärme hatten schon vor Monaten ihre Reise Richtung Süden angetreten. Murmelgroße Schneeflocken segelten vom Himmel, streichelte sanft die Erde und legten sich über sie wie eine dicke, weiße Decke. Vom Horizont aus tauchten die Strahlen der untergehenden Sonne die Landschaft in ein warmes Rot. Es war ein wunderbares Schauspiel der Natur, doch ich war nicht deshalb gekommen.

Mein Handy vibrierte. Schnell holte ich es aus der Jackentasche. Ich war gerade dabei Pokémon Go zu spielen und freute mich riesig, als auf einmal ein Dragoran auf dem Bildschirm erschien. Ich fing es und würdigte den Sonnenuntergang keines Blickes. Hätte ich doch damals nur gewusst, was später auf mich zukommen sollte…

Behutsam steckte ich das Smartphone wieder ein und stapfte weiterhin immer tiefer in den Wald hinein. Rasch wurde ich von der Dunkelheit eingeholt. Hinter Baumstämmen schienen sich seltsame, dunkle Schatten zu bewegen. Totenstille. Nur der Wind heulte leise. Durch die kahlen Äste der Bäume schimmerte silbernes Mondlicht. Es reichte gerade einmal, dass ich sehen konnte, wo mein Weg entlang ging. Zum Glück konnte ich an dem Kompass auf meinem Handy erkennen, in welche Richtung ich mich bewegte. Außerdem hatte ich bereits am Vortag für alle Fälle eine Taschenlampe eingepackt.

Seit etwa einer halben Stunde war es schon stockdunkel, als ich ungefähr hundert Meter vor mir eine Lichtung entdeckte. Ich verließ den Wald. Erneut vibrierte mein Handy und erneut holte ich es hervor, um ein seltenes Pokémon zu fangen. Da ein weiteres, welches ich noch nicht hatte, auf dem Tracker im Spiel angezeigt wurde, beschloss ich dieses zu suchen. Die Spur führte mich geradewegs zu einer alten, wahrscheinlich verlassenen Villa, welche majestätisch auf einer Anhöhe thronte. Da ich leerstehende Gebäude seit meiner frühen Kindheit liebte, beschloss ich, hineinzugehen. Dieses Haus wirkte besonders geheimnisvoll auf mich. Es zog mich geradezu magisch an. Wie hypnotisiert schritt ich auf die Tür zu. Als meine Finger die mit einer Vielzahl an Schnörkeln verzierte Klinke berührten, lief mir ein eisiger Schauer über den Rücken. Ächzend sprang die Tür auf und ich trat ein. Sogleich lief mir ein eisiger Schauer über den Rücken.

Ich wollte mich ein wenig in der Villa umsehen. Klobige Holzschränke standen in den Zimmern. Die Regale an den Wänden waren vollgestopft mit uralten Büchern, deren Seiten von der Zeit gezeichnet waren. Ich nahm eines in die Hand um zu lesen, doch es war zu dunkel. Also griff ich zu meiner Taschenlampe und betätigte den Schalter, doch es geschah nichts. Als ich schließlich das Mobiltelefon einschaltete, um mein Vorhaben durchzuführen, erlosch der Bildschirm Pixel für Pixel. Mit einem Stöhnen ging auch die Betriebsleuchte aus. Sollte mir etwas geschehen, war ich nun auf mich allein gestellt. Auch das Ticken meiner Armbanduhr verstummte. Meine einstige Neugier ging in pure Angst über. Was wäre, wenn ich überfallen würde? Ich legte das Buch zurück und horchte, nur um sicherzugehen, dass ich nicht beobachtet werde. Ein seltsames Rumpeln drang in mein Ohr. Ich konnte den Ursprung des Geräusches nicht ausmachen, versteckte mich hinter der Zimmertür und wartete.

Nach einiger Zeit bekam ich Hunger. Als wieder alles ruhig war, schlich ich in die Küche. Ich hob meine Hand um die Tür eines Wandschranks zu öffnen und hielt inne. Waren da nicht Stimmen? Hatte ich mich vielleicht nur getäuscht? Meine Finger umfassten den Griff. Ich zog daran und lugte mit hungrigen Augen ins Innere des Schrankes, doch was ich dort fand, ließ mich vor Schreck erstarren. Ich dachte, mich trifft der Schlag. Da lagen Blutkonserven! „Was machen Blutkonserven an einem Ort wie diesem?“, fragte ich mich. Als wäre das alles nicht schockierend genug gewesen, hörte ich, wie aus einem der oberen Geschosse laute Stimmen drangen. In diesem Moment näherten sich auch schon Schritte. Hastig versteckte ich mich unter einem Holztisch. Die lange, rote Tischdecke sollte mich davor schützen, gesehen zu werden. Mein Herz schlug bis zum Hals. Je näher die Schritte kamen, desto nervöser wurde ich.

Jetzt betraten Leute den Raum. Wieder Stimmen. Ihr klang war dunkel und schien von sehr weit weg zu kommen, obwohl ihre Besitzer doch nur wenige Meter entfernt waren. Ich war kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. Schwer atmend zwang ich mich dazu, zuzuhören. „Der Schrank wurde geöffnet“, stellte eine Männerstimme fest. Schweigen. Jemand ging auf mich zu. Ich hörte klar und deutlich, wie die Sohlen seiner Schuhe bei jedem Schritt auf dem Boden aufsetzten. Plötzlich verhallte jegliches Geräusch und die Tischdecke, hinter der ich mich verbarg, wurde hochgehoben. Ich blickte geradewegs in ein Gesicht, dessen Haut sehr hell, aber perfekt war. Sie wies keinerlei Makel auf. Die Farbe der Augen war nicht zu definieren. Als ich hineinsah, fühlte ich mich, als ob ich in ein tiefes Loch fiele. Ich konnte mich nur schwer konzentrieren und vergaß alles andere um mich herum. Das einzige, was ich in dem Moment wusste, war, dass mein Leben auf dem Spiel stand.

Ich stotterte: „Ich… ich… also, es ist nicht…“ „Ruhe!“ Ich wurde unterbrochen, von einer kräftigen Hand gepackt und unsanft aus einem Versteck herausgezogen. Vor mir bauten sich vier dunkel gekleidete Gestalten auf. Ihre Gesichter waren leichenblass mit stechenden Augen deren Farbe undefinierbar war, doch das allerschlimmste waren die Zähne der Gestalten. Wenn sie miteinander redeten konnte man bei ihnen lange Fangzähne erblicken. Ich begann am ganzen Körper zu zittern. Jedes einzelne meiner Haare stellte sich auf. Niemals hätte ich geglaubt, dass dieser ursprünglich harmlose Ausflug so enden würde. Starr vor Angst widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder diesen Personen. „Sie weiß wer wir sind. Sobald sie hier wegkommt, wird sie uns verraten und man würde uns jagen. Wir können sie nicht einfach gehen lassen“, meinte einer, worauf eine große, schlanke Frau antwortete: „Eben. Abgesehen hat es dieses Mädchen verdient, dass wir ihr eine Lektion erteilen. Man dringt nicht einfach so in fremde Häuser ein und schnüffelt gar nicht erst in den Sachen von anderen herum.“

Erst jetzt realisierte ich, dass ich mich in den Fängen von VAMPIREN befand! So etwas hätte ich nie für möglich gehalten. Ich wusste aus Mythen und Filmen, dass diese Blutsauger Menschen gerne töteten. Verzweifelt fing ich an zu wimmern: „Bitte, tötet mich nicht, bitte!“ Nie zuvor war ich dem Tod näher als damals. Nachdenklich blickten sich die Vampire an. Es war als würden sie sich wortlos miteinander unterhalten. Nach allem, was ich bisher über diese Wesen gehört oder gesehen hatte, war ich der Überzeugung, dass sie alle herzlose Monster waren, die alles Leben vernichteten, doch dann erkannte ich aus irgendeinem Grund Gnade an der Mimik der Vampire. Langsam begann ich, an der Wahrheit meines Wissens über Übernatürliches zu zweifeln.

Dennoch war mir bewusst, dass ich etwas getan hatte, was ich besser gelassen hätte. Das war die wahrscheinlich dümmste Idee meines Lebens, hierher zu kommen. Nun hoffte ich, hier überhaupt noch hinauszukommen. Offensichtlich hatten sich die Vampire jetzt entschieden, was sie mit mir machen wollten, denn alle Blicke wanderten auf die Frau, welche zuvor gesprochen hatte. Blitzschnell war sie bei mir, beugte meinen Hals zur Seite und entblößte ihre spitzen, schneeweißen Eckzähne. Ein stechender Schmerz. Ich unterdrückte einen Schrei, schloss die Augen und spürte, wie sich auf meiner Haut ein dünner Faden warmen Blutes entlang zog. Mir wurde eiskalt. In meinem Inneren zog sich alles zusammen. Dann hatte ich das Gefühl, in einen endlosen Abgrund zu stürzen. Ich dachte mir nur noch: „Hätte ich doch lieber den Sonnenuntergang genossen als ich es noch konnte. Jetzt ist es zu Spät. Jetzt ist es aus mit mir.“ Mit der Zeit wurde mir schwarz vor Augen.

Als ich wieder zu mir kam, war ich verwirrt. Warum hatten sie mich nicht einfach getötet? Einer der Vampire steuerte auf den Wandschrank zu, holte eine Blutkonserve heraus mit den Worten: „Trink. Es wird dir wieder Kraft geben. Zu deiner Information: Wir haben dich nur deshalb nicht umgebracht, weil wir dachten, du bist noch viel zu jung. Junge Menschen machen ziemlich dumme Sachen.“ Zu erschöpft war ich, um mich zu wehren. Außerdem ging von der roten Flüssigkeit, die er mir gebracht hatte, ein unwiderstehlicher Duft aus. Ich trank sie. Als ich mit meiner Zunge über die Eckzähne fuhr, bemerkte ich, dass diese lang und spitz waren.

Das ist die Geschichte, wie ich zu einem Wesen der Nacht geworden und in das ewige Leben eingetreten bin.

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